Dresden soll nach dem Willen der Sowjets ein "Fanal im Kampf gegen die Amerikaner" werden. Ein "Museum", das die Zerstörung von 1945 schildert und belegt, soll den Haß verewigen. Sprengkommandos der Stadtverwaltung und der Volkspolizei sind am Werk, um Ruinen und Fassaden, die einen bedeutenden kulturgeschichtlichen Wert darstellen, niederzulegen. So ließen die kommunistischen Stadtplaner kürzlich unter Umgehung des Landesamtes für Denkmalspflege die Rampische und Meißner Straße, die durchaus noch zu retten waren, sprengen. Ebenso wurde das barocke Neustädter Rathaus, das man auf jeden Fall erhalten konnte, "niedergelegt".

Gegen diese nachträgliche Zerstörung erhoben Dresdner Einwohner bei einer Versammlung des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands" ihre Stimmen und verlangten dringend sofortige Einstellung der Sprengungen, die noch weitergehen. Denn jetzt sollen die Ruinen des Taschenbergpalais, des Kurländer Palais, des Gebäudes der Gemäldegalerie am Zwinger und des Palais im Großen Garten gesprengt werden, obwohl auch sie restauriert werden könnten.

Als aber verlangt wurde, es möge eine Restaurierungskommission aus Dresdner Bürgern innerhalb des "Kulturbundes" gebildet werden, der für kulturelle Angelegenheiten in der Sowjetzone allein zuständig ist, lehnte der Sprecher des Kulturbundes ab. Die kommunistischen "Apparatschiks" versteckten sich hinter der Organisation.

Es dürfte das ganze Deutschland angehen, wenn jetzt von den kommunistischen Usurpatoren Kulturdenkmäler gesprengt werden, die unschwer wiederhergestellt werden könnten. In der Sowjetzone wird jede kleine Gelegenheit, gegen die Zustände in der Bundesrepublik zu protestieren, wahrgenommen. Warum sollte man sich nicht endlich auch dort einmal mit der sowjetdeutschen Vernichtung von Kulturschätzen befassen, die schließlich nicht den Dresdnern allein, sondern dem ganzen Abendland gehören? Christian Wulffen