Da gibt es also – offiziell in Schwerin, aber tatsächlich in der Nähe des allgegenwärtigen Politbüros der SED – den Pfarrer Kleinschmidt. Er, der kirchenpolitische Referent des ostdeutschen Kommunismus, hat einen massiven Kampf gegen die Kirchenleitung der evangelischen Kirche eröffnet, indem er einen offenen Brief an Bischof Dibelius schrieb. Daß Dibelius, als er auf der Reise nach Kanada war, mit Truman gesprochen, das ist des "offenen Briefes" hintergründiger Anlaß. Mit einer verblüffenden Scheinheiligkeit zitiert Kleinschmidt darin aus einem von Dibelius im Jahre 1930 geschriebenen Buche ein paar kritische Zeilen über Amerika. Sei es denkbar – so fragt der Pfarrer –, daß der gleiche Bischof, da er mit Truman sprach, heute auf der Seite der Kriegspartei stünde...? Versteht sich, daß zum selben Anlaß in den Ostzeitungen zu lesen war, die Konferenz Dibelius–Truman habe dazu gedient, die evangelische Kirche der Sowjetzone und ganz Deutschlands für den Truman-Krieg zu mobilisieren. Der Zweck ist klar: Dibelius als der leitende Mann der Kirche Deutschlands, und der Sowjetzone insbesondere, soll jetzt landauf, landab in der Zone als der hingestellt werden, der die Kirche zum Kriegsinstrument machen will... K. W.