Paul Verhoeven, dem Regisseur, wurde in

Babelsberg (Sowjetzone) während seiner Arbeit an dem Defa-Farbfilm "Das kalte Herz" der als "Friedensaktion" getarnte sowjetische Appell zur Achtung der (amerikanischen) Atombombe zur Unterschrift vorgelegt – das gleiche Formular, das andere Künstler und Gelehrte in der gleichen Woche zum Jubel deutsch-sowjetischer Kulturfunktionäre unterschrieben. Verhoeven, in der Höhle des Löwen sitzend, weigerte sich, dasselbe zu tun. Obwohl Ernst Busch, der Coupletsänger des Systems, kategorisch verlangte, ein solcher Akt der Sabotage müsse geahndet werden, blieb Verhoeven bei seiner Weigerung. Ein paar Wochen Aufenthalt in Berlin genügen für jeden, der klar zu sehen und nüchtern zu denken versteht, um zu wissen, was mit den Appellen und Friedensaktionen gespielt wird, und sich aus diesem Spiel herauszuhalten. L.