Eine Idee von genialer Einfachheit setzt sich im Geschäftsbetrieb in den USA überall durch: Verzicht auf Berechnung von Cents bei Dollarbeträgen. Bis zu 50 Cents fallen die Dollarbruchteile einfach weg, während die Beträge über 50 Cents nach oben abgerundet werden. Rechnungen, die genau auf 50 lauten, werden dem nächsten geraden Dollarbetrag zugezählt. Bei 6,50 Dollar also herunter auf 6; bei 7,50 Dollar hinauf auf 8 – so ergeben sich immer gerade Zahlen.

Die praktischen Erfahrungen haben gezeigt, daß durch diese Vereinfachungen ganz erhebliche Summen eingespart werden, denn das Zusammenrechnen kleiner Cents-Beträge nimmt so viel Zeit in Anspruch, daß durch die höheren Verwaltungskosten Geld dabei zugezahlt wird. Statistiken haben erwiesen, daß die meisten zur Verrechnung kommenden Beträge fünfziffrig sind. Durch den Fortfall der Cents werden zwei Ziffern erspart, und die Ersparnis durch diese Reform beträgt für die Verwaltungen in ganz Amerika nicht weniger als neun Prozent der Gesamtausgaben! Die Arbeitsleistung der Buchhaltungen wird um rund 40 Prozent vermindert.

Diese verblüffenden Ergebnisse haben schon zu Versuchen in Europa geführt. Ein Konsumverein in Skandinavien hat für ein Jahr seine Verkaufspreise nach der neuen Methode zusammengezählt. Es ergab sich gegenüber der üblichen Rechnungsart eine Differenz von 3 Kronen 41 ör. Diesem Verlust steht als Ersparnis gegenüber: 2600 Ziffern brauchten nicht zusammengerechnet zu werden.

Auch in verschiedenen anderen europäischen Ländern interessieren sich vor allem die Finanzexperten der Steuerbehörden für diese neueste Form des "Sparens": Die Verwaltung würde billiger. Wie war das doch bisher? Wenn jemand bei einer Steuerschuld von 156,11 DM nur 156 DM zahlte, so wurde für die fehlenden 11 Pfennige ein Gerichtsvollzieher bemüht. Aber der Einzelhandel hegt (Befürchtungen. Denn bestimmt würde die kluge Hausfrau stets für 2,49 DM einkaufen, um auf 2 DM abrunden zu können. Aber dennoch ist die neue Idee für das "große Geschäft" bestechend. R. R.