Die nachfolgende Übersicht erwähnt einige der Hauptprojekte für die Kultivierung und Industrialisierung, die der Weltbank, der US-Export-Importbank und der Landwirtschafts-Organisation der UNO vorliegen.

Mit der Annahme des USA-Staatshaushaltes rückt die Verwirklichung des "Punkt-IV"-Programms Präsident Trumans seiner Verwirklichung näher. Die Bewilligung von 25 Mill. $ für technische und landwirtschaftliche Beratung stellt den ersten Schritt dar. Etwa 1800 USA-Fachleute und einige Experten der UN werden in Lateinamerika (Zuteilung rund 8 Mill. $), in Afrika, dem Vorderen Orient, in Indien (zusammen 12 Mill. $) sowie im Fernen Osten (5 Mill. $) die nichtkommunistische Welt in moderne Produktionsmethoden einführen und besonders auch verkehrstechnische Anlagen entwickeln. Der Aufbau von Industrieanlagen für die Erschließung unentwickelter Gebiete ist hingegen ein Projekt auf lange Sicht, wofür eine Reihe von Ländern ihren Bedarf an Kapital bereits angemeldet haben. Die Verwirklichung dieser Projekte könnte einerseits der europäischen Industrie einen langfristigen Absatz sichern, andrerseits die Erzeugung von Rohstoffen, Nahrungsmitteln von Halbfabrikaten in den unerschlossenen Ländern (und damit auch den gegenseitigen Warenaustausch) steigern. Devisenmangel, Kontingentwirtschaft und Blockbildungen haben sowohl bei Industrie- wie bei Agrarländern eine Stagnation im freien Austausch herbeigeführt, die durch den "Einbahnverkehr" des Marshall-Planes zwar erleichtert, aber nicht behoben wird. Bei entsprechender Liberalisierung des Welthandels wäre eine Lösung denkbar, die Europa einen gewichtigen Teil der Weltindustrialisierung zuweist, obwohl der Truman-Plan hauptsächlich auf die USA-Wirtschaft hin entworfen wurde.

In Indien stehen Elektrifizierung, Flußregulierungen und Ausbau der Verkehrsmittel an erster Stelle, ergänzt durch den Aufbau einer Kohlen- und Stahlindustrie. Die Projekte werden mit 1,2 Mrd. $ beziffert. Eisenbahnmaterial, Stahl, Traktoren und Textilmaschinen, Anlagen für die chemische Industrie und Radio-Sende- und Empfangsgeräte werden aus den USA, Kanada und England bezogen, wobei sowohl amerikanisches wie englisches Privatkapital bei der Finanzierung beteiligt sind. USA-Exporte nach Indien in Höhe von 300 Mill. $ werden durch Importe ausbalanciert (erhaltene Kredite! 45 Mill. $).

Pakistan hat einen Fünfjahresplan für die Elektrifizierung des Landes ausgearbeitet. Die Entwicklung der Verarbeitungsindustrie für Jute, Baumwolle, Häute und Zuckerrohr wird angestrebt, ebenso der Aufbau einer Gummi-, Papier-, und Ölindustrie.

Brasilien hat Anleihen insbesondere für die Errichtung seiner Stahlindustrie (45 Mill. $) erhalten. Weitere Kredite werden für Flußregulierung, Wasserkraftwerke und für die Gummi- und Stahl Verarbeitungsindustrie gesucht.

Von Mexiko wurden während des Krieges für die Zuckerindustrie, für Fleischkonservenwerke und für Eisenbahnmaterial 50 Mill. $ in Anspruch genommen. 35 Mill. $ wurden für den Bau elektrischer Kraftwerke investiert. Neues Kapital wird für den Ausbau der Ölindustrie und des Eisenbahnnetzes gesucht.

Kolumbien, Ekuador und Peru brauchen technische Anlagen für den Bergbau und den Aufbau von Industrien aller Art.