Vor 25 Jahren fiel eine wirtschaftliche Beschränkung, die zum Gefolge des ersten Weltkrieges gehört hatte. Die Einfuhrsperre für ausländische Fahrzeuge hörte auf. Damit öffnete sich der deutsche Markt auch der Ford-Motor-Company. Der 18. August 1925 wurde die Geburtsstunde der deutschen Ford-Werke AG., die vorerst als Montagebetrieb in Berlin die internationalen Ford-T-Modelle baute, von denen damals schon über zwölf Millionen in allen Staaten der Welt liefen.

Fließband, Arbeitsteilung, Austauschbarkeit aller Teile und Kundendienst waren vor 25 Jahren, als Ford in Deutschland begann, keineswegs schon Allgemeingut der deutschen Autoindustrie. Die Verkaufserfolge der ersten Jahre bewiesen aber, daß die „amerikanische“ Methode auch in Deutschland richtig war. So wurde der Wunsch nach einem deutschen Ford-Werk geweckt, in dem ein in Deutschland entwickelter und für deutsche Verhältnisse gedachter Wagen gebaut werden sollte. Die Wahl fiel auf Köln, wo Dr. Adenauer, damals Oberbürgermeister, den Plänen Verständnis und tatkräftige Unterstützung entgegenbrachte.

Am 3. Oktober 1931 legte Henry Ford den Grundstein. Und obwohl Deutschland gerade einer wirtschaftlichen Depression ungeahnten Ausmaßes entgegeneilte, wurden die Anlagen programmäßig fertiggestellt. Konsequent ging man den einmal beschrittenen Weg vom Montagebetrieb amerikanischer Wagen zur Eigenfabrikation rein deutscher Fahrzeuge zu Ende. Am Ausgangspunkt der Kölner Fabrikation stand der Kleinwagen „Köln“, ihm folgte 1936 der schon größere Typ „Eifel“, und aus ihm entstand 1938 der „Taunus“, der, nach kriegsbedingter Unterbrechung – nur Lastwagen wurden erzeugt – 1949 seine Auferstehung feierte und im „Taunus Spezial 1950“ seine derzeitige Krönung erfahren hat.

Mochte das Montagewerk in Berlin vor 25 Jahren noch als Fremdkörper in der deutschen Wirtschaft empfunden worden sein: für das Kölner Unternehmen jedenfalls wäre ein solcher Vorwurf absurd. Von Anbeginn waren die in Köln erbauten Fahrzeuge sowohl nach dem Arbeitsvolumen, wie auch nach dem Umsatz zu gut 70 v. H. auf eine nicht werkseigene deutsche Zulieferindustrie abgestellt. Wenn auch infolge der Kriegs- und Nachkriegsschäden die Höchstproduktion des Jahres 1938 mit 40 000 Fahrzeugen noch nicht ganz erreicht werden konnte, so ist doch die Zahl der im Werk Köln Beschäftigten wieder auf 4500 gestiegen, während andererseits die 450 Haupt- und 1200 Nebenlieferanten die starke Verknüpfung zwischen Köln und dem gesamten westdeutschen Wirtschaftsraum dokumentieren. – Und Ford-Köln dient dem deutschen Export. Der im Frühjahr einem internationalen Publikum vorgestellte „Taunus Spezial 1950“ hat besonders bei unseren westlichen Nachbarn so Anklang gefunden, daß gut die Hälfte der derzeitigen Produktion ihren Weg über die Grenzen nimmt. Kos,