Ein Minister kam von Südafrika nach Köln, Bonn und Hamburg, um sich persönlich für den Verkauf der Produkte seines Landes einzusetzen. Dr. Eric Louw, südafrikanischer Wirtschaftsminister und seit 1945 zum zweiten Male in Deutschland, studierte erneut die Möglichkeiten, um die alten, guten Vorkriegshandelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern wiederherzustellen. Er sagte – in Hamburg war er auf Einladung des Afrika-Vereins –, daß die Union für Deutschland ein wichtiger Rohstofflieferant in Wolle, Häuten, Fellen, Gerbstoffen, Mineralien, Früchten, Ölen und Süßweinen sei. Käuferinteresse habe die Union für deutsche Investitionsgüter und Fertigwaren, vor allem für Maschinen und Textilien. Kürzlich hat sie allein für 20 Mill. DM Krupp-Lokomotiven in Auftrag gegeben.

Aber die Union kontrolliert ihren Import, „Verbotene Listen“ sollen eine Rationalisierung der Devisenausgaben garantieren. Minister Louw pries mit Temperament seine Bemühungen, die Importkontrolle der Union zu beseitigen, denn sie muß verschwinden, wenn die Union kaufen und verkaufen will. Er wurde auch nach Einwanderungsaussichten gefragt: „Nur Fachkräfte und keine Kommunisten!“ Dr. Louw deutete an, daß für Textil- und Maschinenfabriken in Südafrika günstige Aussichten bestünden. Offenbar denkt man dort daran, Zweigniederlassungen oder Umsiedlungen deutscher Unternehmungen mit ihren Einrichtungen und Fachkräften zu fördern. Die Frage, ob das starke Interesse Südafrikas an deutschen Importen etwa mit den hohen englischen Preisen zusammenhänge, beantwortete der Minister nicht... Dü.