Achtzehn Bundestagsabgeordnete fahren als deutsche Delegierte zur Tagung des Europarates nach Straßburg, und sie nehmen dabei – was kann einem im Münsterschatten nicht alles passieren, eine kleine Magenverstimmung etwa anläßlich der großen Steintöpfe von Valentin, die mit Gänseleber gefüllt sind, oder man verschluckt sich vielleicht an köstlichen Froschschenkeln – sie nehmen also vorsichtshalber ihre Stellvertreter mit. Und aus weiterer Vorsicht lassen sie auch alle ihren Wagen und ihren Chauffeur nicht zu Hause. Paris ist nicht fern, dort könnte man bei Maxim vielleicht wichtige Persönlichkeiten treffen – man hat ja Stellvertreter. Vielleicht muß man auch nach San Remo fahren; wer weiß, wo überall sich in diesen Monaten wichtige Persönlichkeiten aufhalten? Aber genügt ein Wagen, um beweglich zu sein? Keineswegs, man braucht auch Geld. Und so schickten denn die 36 einen tapferen schwäbischen Sozialdemokraten als Sprecher zum Finanzminister Schäffer und verlangten von ihm 250 000 DM Reisespesen. Aber dieser bayrische Querkopf konnte so schnell von seinen bürgerlichen Vorurteilen nicht lassen. Er schlug mit der Faust auf den Tisch, bewilligte die Hälfte und verlangte außerdem Abrechnung! Seine Laune war schlecht. Unglücklicherweise hatte ihn kurz zuvor ein ehemaliger Minister um 100 000 DM für eine Reise nach Südamerika ersucht. -l