Der Kongreß der Internationalen Transportarbeiter – Föderation (ITF) hatte sich in Stuttgart, wie wir in Nr. 30 unter dem Titel „Wille zur Macht“ berichteten, für einen Gesamtboykott aller Hafenarbeiter gegenüber argentinischen Schiffen ausgesprochen. Zum größten Erstaunen wurde dieser Boykottbefehl ausgerechnet in Deutschland befolgt...

Am letzten Tage des ITF-Kongresses teilte, wie dpa meldet, der britische Delegierte Arthur Deakin nun mit, daß „es den britischen Hafenarbeitern unmöglich sei, direkt gegen argentinische Schiffe vorzugehen, wie es die ITF beschlossen habe. Die englischen Hafenarbeiter könnten sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen unmöglich an dem Boykott argentinischer Schiffe beteiligen“.

Eine nähere Begründung gab Mr. Deakin zum Kummer des deutschen Gewerkschaftsvertreters Kummernuß nicht. Sie war auch völlig überflüssig. Denn die Erklärung des Briten genügte ja schon, um allen Deutschen über das Verhalten ihrer Gewerkschaften die Schamröte ins Gesicht zu treiben. Trotz aller Schulung haben sie noch immer nicht gelernt, daß überall in der Welt der Kampf um die Exportmärkte entbrannt ist: In Deutschland leistet man sich einen Boykott, während England das Geschäft macht. Sollte Herr Kummernuß nicht doch mal schnell bei Mr. Deakin in die Lehre gehen? Deakin ist Bevins Schüler. we.