Mit ihrem Musterhof in Dethlingen in der Lüneburger Heide hat die Esso-Organisation in mehr als zweijähriger Arbeit eine Farm nach amerikanischem Vorbild geschaffen. Durch dieses Experiment will sie deutschen Landwirten Anregungen geben für die Anwendung moderner Produktionsmittel wie Landmaschinen, Agrar-Chemikalien, Saatgut und Pflanzenschutzmittel. Bereits im ersten Wirtschaftsjahr hat der Hof mit rund 100 ha Nutzfläche seine Marktleistung von rund 12 000 auf 40 000 DM gesteigert. Dabei wurden 30 Maschinen aus den Staaten eingesetzt, von denen 23 für eine Rationalisierung deutscher Betriebe in Frage kommen. Vertreter der deutschen Landmaschinenindustrie holten sich hier Anregungen für ihre Arbeit. Andere Versuche werden mit dem Anbau amerikanischer Saaten und dem Flachbau für Kartoffeln gemacht. Auch die künstliche Besamung von Kühen mit dem Samen eines amerikanischen Hochzuchtbullen wurde vorgenommen. Den Wert eines solchen Austausches zwischen Deutschland und den USA betonte auch der Landwirtschaftsbeauftragte für den Marshall-Plan in Deutschland, Professor Brownell. Im Marshall-Plan sind für die Förderung der künstlichen Besamung in Deutschland 2 Mill. DM für das laufende Wirtschaftsjahr vorgesehen.

Die Pläne für Gebäude und Stallungen, die Jetzt 250 Schweine, 25 Kühe und Jungvieh beherbergen, wurden vom Departure of Agriculture, Washington, dem Kuratorium für Technik in der Landwirtschaft und dem „Arbeitskreis Dethlingen“ entwickelt. Alle Fortschritte des Hofes werden der gesamten deutschen Landwirtschaft zugute kommen und damit zur Leistungssteigerung beitragen. H. Jehnich