Der rheinische Braunkohlenbergbau steht in den nächsten zehn Jahren vor entscheidenden Änderungen in seiner Struktur. Alle Überlegungen der sich um Köln gruppierenden Gesellschaften des rheinischen Reviers müssen sich der Tatsache zuwenden, daß sich der Abbau-Schwerpunkt vom Süden des Gebietes in relativ kurzer Zeit immer mehr nach Norden verlagert.

Besonders ernst ist die Frage des Ausgleichs Zwischen „reichen“ und „armen“ Gruben im Raum um Frechen (westlich Köln, an der Straße Köln–Düren–Aachen). Eine ihrer Auskehlung entgegengehende Grube regte daher an, einen Gemeinschaftsbetrieb der in diesem – Gebiet vertretenen Gesellschaften zu gründen. Die Überlegungen führten auf der Basis der noch verfügbaren Braunkohlenmengen zum Plan eines Zentraltagebaues bei Frechen, aus dem alle Brikettfabriken dieses Raumes mit Rohkohle versorgt werden können. Dieser auf Grund eines Abkommens zwischen den beteiligten Gesellschaften, der Roddergrube AG. und der Rheinischen Aktiengesellschaft für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation, zustande gekommene Großtagebau fand die Zustimmung der bergbaulichen Kontrollbehörden.

Damit wurde eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit erfüllt. Einmal beugt der neue Betriebsgemeinschaftsvertrag einem Ausfall der Produktion vor und anderseits dämmt er eine allzu heftige Rückwirkung, die von ausgekohlten Gruben auf die Beschäftigungsstruktur ausgehen würde, ein. Die wachsenden bergbaulichen Schwierigkeiten, Braunkohle aus größeren Tiefen und unter ungünstigen hydrologischen Bedingungen zu fördern, verlangen in Zukunft, daß eine großzügige gemeinsame Abbauplanung Platz greift. Nur ein zentraler Tagebau, der bis zur äußersten Grenze der Tagebaumöglichkeiten geht und von Markscheiden unbehindert ist, wird die angestrebte Versorgung der bestehenden Brikettfabriken erreichen. Eine Tatsache, die noch an Bedeutung gewinnt, wenn man an die hohe Exportzahl der auf Braunkohlenbasis im rheinischen Revier erzeugten Elektrizität denkt. Dü.