Es war am selben Tage ... In Bad Cannstatt auf der Bundestagung der vertriebenen Deutschen wurde voller Trauer jenes Abkommens gedacht, das vor fünf Jahren in Potsdam beschlossen worden ist, damals, als die Siegermächte sich darin einig waren, daß die deutschen Ostgebiete unter sowjetrussische und polnische Herrschaft kommen und die Deutschen ausgewiesen werden sollten. 50 000 Vertriebene, die in Bad Cannstatt versammelt waren, gedachten der Hunderttausende von Frauen und Kindern, die auf der Flucht umkamen oder getötet wurden. Und die in Cannstatt Versammelten hörten die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ in der das Recht auf Heimat, gleiche Staatsbürgerrechte und gerechte Verteilung der Kriegslasten gefordert wurde. Es war am selben Tage, dem „Tag der Heimat“, der in fast allen Städten des Bundesgebietes die Vertriebenen beieinander sah, als Studenten aller Länder der Straßburger Union an der deutsch-französischen Grenze die Grenzpfähle verbrannten, zum Zeichen, daß es in Zukunft nur noch ein einheitliches Europa geben solle.

Wann endlich werden wir die Grenzpfähle an der Oder-Neiße-Linie verbrennen, als Zeichen dafür, daß die Polen „befreit sind und wieder gute Europäer werden können und daß die Deutschen in ihre alte Heimat zurückkehren werden?

M.