In den Konstruktionsabteilungen der europäischen Automobilindustrie arbeitet man zur Zeit auf Hochtouren, um die Erzeugung von neuen Modellen voranzutreiben, die die Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten und verbessern sollen. Auch die französische Automobilindustrie, die in Europa und, in Übersee ein gewichtiges Wort mitzureden hat, entwickelt aus diesen Gründen eine starke Aktivität, der als Leitmotiv die Forderung nach Schnelligkeit, Wirtschaftlichkeit und größerem Innenkomfort für den Gebrauchswagen voranstellt.

Zweifellos belebt in Frankreich der in diesem Jahr bei Hotchkiss in Serie herauskommende 2-Liter-Gregoire zusätzlich die Bemühungen der Konkurrenzfirmen, da seine fortschrittliche Bauweise für den Automobilmarkt eine gewisse Umwälzung darstellt. Man weiß, daß die Neuschöpfungen der französischen Automobilindustrie nach einem größeren Hubvolumen tendieren. Es ist ziemlich sicher, daß der Bau des kleinen Simca-6 (französischer Topolino, 569-ccm-Motor, 17 PS) eingestellt wird. Dafür soll ein sechssitziger Simca-8 CV mit 1,4-Liter-Motor auf dem Markt erscheinen. Auch bei Renault sind mehrere neue Typen im Versuchsstadium. Es soll sich um ein Fahrzeug handeln, das dem bekannten Peugeot 203 entspricht, der zur Zeit mit 200 Stück täglich das Band verläßt und dem älteren Renault „Juvaquatre“ starke Konkurrenz macht. Der Motor des neuen Wagens, dessen Hubraum noch nicht endgültig festgelegt ist, wird im Heck angeordnet sein und zehn bis zwölf Steuer-PS (CV) erreichen. Die Firma Citroen treibt die Geheimniskrämerei sogar auf die Spitze und läßt ihre Versuchswagen in Schweden und Norwegen laufen. An Stelle des 15 CV soll ein Wagen mit einem 12-CV-Einspritzmotor, also ohne Vergaser, entwickelt worden sein. W. F.