Von Theodor Plivier

Aus der noch unveröffentlichten neuesten Arbeit Theodor Pliviers, die er im Auftrage des NWDR schrieb – Sendung im September – bringen wir hier einige besonders charakteristische Seiten zur Kenntnis unserer Leser.

Friede sei mit dir!

Mit dir, o Mann, der du von der Arbeit heimkehrst und weißt, daß du auch an diesem Tag das Deine getan hast! Mit dir, o Frau, die nach den letzten häuslichen Verrichtungen sich sagen kann, daß alles wohl bestellt ist! Friede den Kindern, die dem Gottesreich- noch am nächsten sind und an das Gute in jedem Menschenantlitz glauben, weil das Böse ihnen noch nicht begegnete.

Friede auch euch, meine schlimmen Brüder, die ihr wähnt, mit lauten Worten den Frieden auf Erden herstellen zu können und dabei so sehr in die Irre geht.

Hütet euch vor den großen Bewegungen, die wie ein Unwetter heraufziehen und plötzlich im Weltmaßstab in Erscheinung treten. Das echte Unwetter erscheint niemals im Weltmaßstab. Das schöne Wetter auch nicht. Das eine wie das andere ist bald hier und bald da und jeder bekommt seinen Teil ab.

Die Weltmaßstabbewegung aber – noch dazu, wenn sie sich auf anonyme Massen beruft, auf den Mann und die Frau, die niemals befragt wurden und deren ‚Nein‘ und ‚Ja‘ auch nicht gewogen werden könnte – ist künstlich auf den Plan gerufen, entspringt nicht dem Lebendigen, kommt aus einem Büro, einem politischen Labor, einem politischen Institut. Es kann das Institut ‚99‘ oder ‚100‘ oder ‚101‘ sein. Das wissen wir nicht, das wissen nur die Urheber und es ist auch ohne Belang.