Der Generalsekretär der UNO, Trygve Lie, äußerste auf einer Pressekonferenz in Lake Success, daß eine Vollversammlung der Vereinten Nationen notfalls innerhalb von 24 Stunden zusammengerufen werden könne. Im Falle einer Aggression würde er sich zu einer solchen Maßnahme entschließen und sich über die Bestimmung hinwegsetzen, wonach eine Vollversammlung 14 Tage vorher angekündigt werden müsse.

Der amerikanische Vertreter beim Rat der Atlantikpaktmächte, Charles M. Spofford, erklärte in Washington bei seiner Rückkehr aus London, daß die westeuropäische Bereitschaft, eine Aggression abzuwehren, „nicht befriedigend“ sei. Er deutete an, daß die Frage der industriellen Einschaltung Westdeutschlands in die Rüstungsproduktion der Atlantikpaktstaaten nach dem erneuten Zusammentritt der stellvertretenden Außenminister am 22. August aufgegriffen werden würde.

Das State Department in Washington gab bekannt, daß der kürzliche Besuch MacArthurs in Taipei keine Änderung der Formosa-Politik der Vereinigten Staaten herbeigeführt habe.

Henry A. Wallace, der Gründer der Fortschritts-Partei in den Vereinigten Staaten, hat seinen Austritt aus der Partei erklärt, da er ihre unerschütterliche Vorliebe für die sowjetische Außenpolitik nicht länger billigen könne.

In seiner Rede vor dem Europarat legte Churchill eine Entschließung vor, in der er die Bildung einer einheitlichen europäischen Armee zum Schutz des Abendlandes gegen die Sowjetunion verlangte. In der anschließenden Debatte wandten sich besonders die Sozialisten gegen den Vorschlag Churchills, der schließlich mit 89 : 5 Stimmen bei 27 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Churchill lehnte es ab, sich als Kandidat für den Posten des europäischen Verteidigungsministers aufstellen zu lassen. Der französische Außenminister Robert Schuman erklärte vor der Beratenden Versammlung des Europarates in einem Überblick. über seinen Plan für den Zusammenschluß der Kohle- und Stahlindustrien Europas, daß dieser Plan jegliche Möglichkeit eines Konfliktes zwischen Frankreich und Deutschland beseitige.

Ein von fast allen Delegierten der Beratenden Versammlung des Europarates unterzeichneter Antrag sieht die Bildung der Vereinigten Staaten von Europa vor. Der Antrag geht auf französische Initiative zurück. Englische und skandinavische Delegierte haben ihn nicht unterzeichnet.

Die Wirtschaftssachverständigen der 18 Mitgliedsstaaten der „Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas“ (OEEC) haben einen Bericht über die Finanzlage Europas veröffentlicht, in dem festgestellt wird, daß die Ausgaben für eine Wiederbewaffnung Europas den Gesundungsprozeß der europäischen Wirtschaft gefährden können.