Bei dem Versuch, militärische Befestigungsanlagen in dem abgegrenzten Stockholmer Skärgarden zu photographieren, wurden vier sowjetische Staatsbürger, die sämtlich Mitglieder der sowjetischen Botschaft in Stockholm sind, und die unter Leitung des Marineattachés Laritchef standen, auf einem Motorsegler von schwedischer Polizei überrascht. Das Boot war Sommerfrischlern aufgefallen, weil es keine Nationalflagge trug. Es war jedoch der Polizei nicht sogleich möglich, die Russen anzuhalten, da sie sich zunächst noch außerhalb des verbotenen Gebietes aufhielten. Erst am zweiten Tag konnte die Polizei, wiederum von der Bevölkerung herbeigeholt, eingreifen, denn nun befanden sich die Sowjets in verbotenen Gewässern.

Dieser Vorfall rief in der Öffentlichkeit große Erregung hervor und erinnert an eine ähnliche Episode aus dem Jahre 1947. Damals mußten sich zwei sowjetische Militärattachés nach Moskau „zurückberufen“ lassen, weil sie sich vier Tage lang ohne Erlaubnis auf Utö und Ornö im Stockholmer Skärgarden aufgehalten hatten, was für Ausländer verboten ist. Ein weiterer Fall war die geheime Reise des sowjetischen stellvertretenden Militärattachés Konnov und seines Dolmetschers nach Norrbotten, wo beide das ganze Grenzgebiet in Tornedalen mit seinen vielen militärischen Anlagen durchkämmten.

So wird man sich in Skandinavien mehr denn je der drohenden Gefahr der kommunistischen Wühlarbeit und Spionage bewußt. Durch die Erfahrungen des letzten Weltkrieges belehrt, versucht man, sich gegen Überraschungen dieser Art zu schützen. Schutz gegen Spionage und Sabotage werden jedoch erst effektiv, wenn sie die volle Unterstützung der Öffentlichkeit haben. Das hat sich diesmal wieder bewahrheitet. Thy