Am 28. August 1850 wurde Carl Fürstenberg in Berlin geboren, der Gründer der Berliner Handelsgesellschaft. Der bedeutende Finanzmann, der im Bankhaus Bleichröder gelernt und noch von Bismarck, dem Kunden dieses Bankhauses, die ersten Ermunterungen erhalten hatte, lebte im Bewußtsein seiner Zeitgenossen vor allem durch seine große Schlagfertigkeit.

Im Schlafwagen

Fürstenberg fährt zu einer wichtigen Konferenz, und da er die Nacht durcharbeiten will, nimmt er sich Bettkarten für zwei Betten. Eine Minute bevor der Zug abfährt, eilt ein Geschäftsfreund auf ihn zu: „Herr Fürstenberg, ich habe keine Bettkarte mehr bekommen können, und ich höre, Sie haben zwei. Könnten Sie mir nicht das eine Bett überlassen?“

„Das ist ein schwieriges Problem. Das muß ich mir beschlafen.“

Der Termin

Fürstenberg und Franz v. Mendelssohn, der Chef des bekannten Bankhauses Mendelssohn, haben eine schwierige Verhandlung. Fürstenberg muß zu einer wichtigen Sitzung und möchte vertagen. Aber Mendelssohn zieht seinen Terminkalender hervor und schüttelt zu jedem Vorschlag des Partners den Kopf: „Nein, es geht nicht, am 14. Januar habe ich Aufsichtsrat, am 17. muß ich in London sein, am 28. ist Vorstandssitzung, den ganzen Februar bin ich in Amerika, März und April ist auch schon jeder Tag besetzt – wie wäre es am 8. Mai, 10.30 Uhr?“

Auch Fürstenberg zieht ein Heftchen aus der Tasche. „8. Mai, 10.30 Uhr? Tut mir leid, da habe ich eine Beerdigung.“