68,5 Millionen Pfund Sterling Steuer sollen die Engländer im Jahr mehr zahlen, damit der Sold für die britische Wehrmacht erhöht werden kann. Gleichzeitig mit der Verlängerung der allgemeinen Wehrpflicht von eineinhalb auf zwei Jahre verkündete Premierminister Attlee eine Wehrsolderhöhung, die für Mannschaftsdienstgrade 75 v. H., für Offiziere 33 v. H. und für Generale 10 v. H. des bisherigen Gehalts betragen soll. Der Premierminister erklärte, daß in so ernsten Zeiten weder die Finanzen, noch die Wirtschaft des eigenen Landes geschont, werden dürfen. Und tatsächlich: seit dieser Verkündung stauen sich vor den Werbebüros die Freiwilligen, die bereit sind, für 40 Schilling pro Woche die Demokratie zu verteidigen.

Von Churchill weiß man, daß er bei einem Frontbesuch 1917, kurz vor der Offensive an der Somme, englischen Soldaten erklärte, sie alle kämpften dafür, daß sie nach dem Krieg wieder so leben könnten, wie sie vorher gelebt hätten. Von der Erhaltung des englischen Lebensstils sprach jetzt auch Attlee – man müsse ihn vorübergehend einschränken, damit man nicht eines Tages genötigt werde, ihn ganz aufzugeben.

So wird also dem westlichen Lebensstil (von dem der englische ja wohl ein Teil ist) mit einer Gagenerhöhung für englische Soldaten unter die Arme gegriffen. Das ist sicher sehr vernünftig, und ebenso vernünftig sind die Söhne Albions, die sich daraufhin zur Fahne melden. Und dennoch: wenn man es liest, kann einem leicht jenes Herzbeklemmen wieder überfallen, das sich in letzter Zeit schon so oft anmeldete, wenn man von den Abwehrmaßnahmen des Westens gegen die Drohung aus dem Osten las. H