Schiene, Straße und Schiffahrt haben Köln im letzten Jahrhundert das moderne Gesicht gegeben.

Schon die Römer brachten rheinaufwärts nach Köln Getreide aus England und Wein aus Spanien. Und seit der Jahrtausendwende sah der alte Hafen See- und Fluß-Schiffe aus England, Rußland, Spanien, Holland und Flandern.

Das Straßennetz bauten Roms Legionen – die Heerstraßen aus Südfrankreich und Flandern, aus dem Rheintal von Mainz herunter und von Xanten herauf, die sich hier trafen.

Als dann in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Eisenbahnen als Verkehrsmittel aufkamen, da fanden sich Kölner Wirtschafts- und Handelskreise, Banken und Gemeindeverwaltung zusammen, um unter den Türmen des Doms nicht nur einen Eisenbahnknotenpunkt zu schaffen, sondern eine Drehscheibe im echten Sinne. Die Hauptverkehrslinien aus Skandinavien und dem Süden pressen sich auf der Verkehrsreichtsten Nord–Süd-Achse Europas in Köln zusammen, kreuzen hier den Nord–Ost-Strom und brechen den aus westlicher und östlicher Richtung kommenden Verkehr nach Süden oder Norden um. Schon 1860 lief in 13 Stunden ein direkter Schnellzug, von Köln nach Basel. 1894 zählte der Kölner Hauptbahnhof täglich 176 Reisezüge; 10 Jahre später waren es über 350 und 1939 bereits 680 Reisezüge täglich; davon allein 47 internationale Züge (fast soviel wie Berlin, das damals 48 internationale Züge täglich in seinem Fahrplan hatte). Im Sommer 1950 ha: Köln wieder je Tag 600 Reisezüge erreicht, darunter 45 Eilzüge und Eiltriebwagen, 70 Schnellzüge aller Art, davon 18 im internationalen Netz. In 6 1/2 Stunden überwindet "Der Fliegende Hamburger" die 450 km zwischen Alster und Rhein, in 6 Stunden ist man in Brüssel, in 8 1/2 in Paris, in 10 Stunden in Basel, in 17 in Wien, in 19 Stunden in Stockholm. – Die 22 Kölner Güterbahnhöfe erreichten 1949 mit 4 Mill. t Umschlag wieder 50 v. H. von 1939; sie hoffen dieses Jahr 6 Mill. t zu erreichen.

Kölns Häfen schlugen 1938 3,9 Mill. t um, (auf den Rhein-See-Verkehr entfielen 200 000 t). 1949 konnten bereits wieder 1,5 Mill. t gezählt werden, 1950 sollen es 2 Mill. t sein. – Die Kölner lieben ihren Hafen Rheinau im Herzen der Stadt. Noch für lange Zeit dürfte er die Ansprüche der Wirtschaft erfüllen; denn seine technische Leistungsfähigkeit ist noch nicht ausgeschöpft. Ebenso sind der moderne Industriehafen Niehl und die Häfen Deutz und Mülheim in ihrer Kapazität noch nicht ganz ausgelastet, wenn, auch mit etwa 20 Umschlags- und Lagerhausbetrieben sowie Niederlassungen und Vertretungen von mehr als 40 Rhein- und See-Reedereien äußerlich gesehen die Verhältnisse der Vorkriegszeit in etwa wiederhergestellt sind.

Drei große Bauzeiten bildeten einst das Straßennetz dieses Raumes. Neben den römischen wurden erst gegen Ende des Mittelalters neue Handelsstraßen angelegt. Dann war es Napoleon, der im rheinischen Land die Straßen modernisierte. Es waren gewaltige Vorhaben, die der Preußische Staat dann vollendete. Jetzt stehen Autobahnprojekte in greifbarer Nähe. Ihre Realisierung würde Köln zum Sammelpunkt von sechs Autobahnlinien und damit zum bedeutendsten Straßen-Knotenpunkt der Bundesrepublik machen.

Auch der Brückenbau über den Rhein gehört zu diesen Projekten. Nur zwei Straßenbrücken sind vorhanden. Der Verkehr erfordert zwei weitere. Sind sie gebaut, dann kann der Engpaß im Ost–West-Straßenverkehr als überwunden gelten. lt