In New York begann die Konferenz der drei Außenminister der Westmächte. Sie wurde in diplomatischen Kreisen als die "wichtigste Konferenz" der Nachkriegszeit bezeichnet. Das Hauptziel der Besprechung ist es, in Europa militarisehe, politische und wirtschaftliche Sofortmaßnahmen einzuleiten, die eine sowjetische Aggression innerhalb von zwei Jahren unmöglich machen sollen. Unter den Einzelpunkten ist Deutschland das wichtigste Thema; hierbei werden besonders die Fragen des Besatzungsstatuts, der Remilitarisierung und der deutschen Stahlquote behandelt werden.

Präsident Truman hat auf Empfehlung des amerikanischen Stabschefs eine "wesentliche Verstärkung" der amerikanischen Truppen in Europa gebilligt. Man erwartet, daß ein großer Teil der Truppenverstärkungen in Westdeutschland stationiert wird.

"Unsere wichtigste Aufgabe ist es, eine schlagkräftige Streitmacht zu schaffen, die gemeinsam mit den kanadischen und westeuropäischen Armeen jeden Angriff abweisen kann", erklärte der amerikanische Außenminister Acheson.

In seiner wöchentlichen Pressekonferenz unterstützte Außenminister Acheson die Ansicht des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy, daß die Deutsche Bundesrepublik einen Beitrag für ihre Verteidigung leisten und an der Verteidigung des atlantischen Gebiets beteiligt werden sollte.

Der ehemalige USA-Botschafter in Moskau und neuernannte Chef des amerikanischen Informationswesens, Generalleutnant Bedell Smith, erklärte in einem Interview, daß die sowjetische Regierung mit der Möglichkeit eines Krieges rechne und jetzt auch in der Lage sei, einen Krieg zu führen.

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In Korea wurden die amerikanischen Truppen weiter zurückgeworfen. Die Kommunisten nahmen den Hafen Pohang. Die Schlacht um Taegu entbrannte.