Gustav Ernst Glässel, Bremer Reeder und Kaufmann, ist am 7. September, 72 Jahre alt, verschieden. In der Dampfer-Befrachtungsabteilung von Knöhr & Burchard Nachf., Hamburg, begann er. Hier lieferte er den Beweis seiner Tüchtigkeit: Beim Boxer-Aufstand, 1900, gelang es ihm, in Verbindung mit dem Reichsmarineamt, umfangreiche Tonnage zu chartern und für rechtzeitige Gestellung von Heeresgut zu sorgen. – 1905 übernahm Glässel die in Bremen neugegründete Rolands-Linie, bald ein angesehenes Unternehmen im Westküstendienst.

Nach der Fusion mit dem "Norddeutschen Lloyd" wurde er stellvertretender Vorsitzender im Lloyd-Vorstand: schlechthin der maßgebende Mann am Steuer bremischer Schiffahrtspolitik, Der Ausbau der modernen Frachtflotte des Lloyd war ebenso seiner Initiative zu verdanken, wie der Bau der Schnelldampfer "Bremen" und "Europa". – Seit 1932 widmete sich Glässel fast nur noch – und erfolgreich – dem Ausbau seiner eigenen Firma "Ernst Glässel, Schiffahrt, Hochseefischerei, Ein- und Ausfuhr"; immer ein Mann unbeugsamer Willenskraft. Seine bewegliche Aktivität war fruchtbar für den Hafen und die Schiffahrt Bremens. G. B.