Die Gewinnung von Metallen in den Berglandschaften des linken und rechten Rheinufers läßt sich schon in vorgeschichtlicher und römischer Zeit nachweisen. Es dürfen also, für Köln, Metallhandel und -verarbeitung als entsprechend alt angenommen werden. Auf dieser historischen Grundlage entwickelte sich in Köln eine ausgeprägte, die gegenwärtige stadtkölnische Wirtschaftsstruktur wesentlich bestimmende Metallwirtschaft.

Im 19. Jahrhundert ergaben sich für die Kölner Metallwirtschaft – die bis dahin mehr handwerklich betont war – wesentliche, strukturbestimmende Wandlungen, als sie sich im Zuge der Industrialisierung an den (heute weltbekannten) Großbetrieben zu orientieren begann. An die Spitze schob sich der Kölner Maschinenbau, der heute auf eine rund 100jährige erfolgreiche Entwicklung zurückblicken kann. Er steht auch mit an der Spitze der Exportfirmen des Kölner Gebiets.

Vor allem ist es ein Unternehmen, das das Ansehen des Kölner Maschinenbaues in die Welt trug: die Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Köln. Die 1864 begründete Gesellschaft gehört zu jenem Zweig der Motorenindustrie, der durch die großartige Erfindung des mit dem Namen der Stadt Köln verbundenen Explosionsmotors von Nikolaus August Otto einen der bedeutendsten Beiträge zur Motorisierung der Welt von hier aus einleitete. Nach Überwindung der üblichen Nachkriegshemmnisse hat die derzeitige Monatsproduktion sowohl in Traktoren wie auch in Motoren wieder den Friedensstand erreicht. Die Firma, die in Köln zwei Betriebe besitzt, ist auch die älteste Maschinenfabrik, die für den Unter- und Übertagebergbau die erforderlichen Spezialmaschinen herstellt. Außerdem hat sich Klöckner-Humboldt eine wichtige Stellung im Brückenbau erworben und auch damit seinen internationalen Ruf gefestigt.

Die Bedeutung Kölns als Verkehrsmittelpunkt hat innerhalb des vielgestaltigen Bereiches der Kölner Eisenindustrie die Aufgabe geprägt, den Verkehr, speziell auch den modernen Nachrichtenverkehr, mit den vielfältigen technischen Hilfsmitteln auszustatten, die auf diesem Gebiet erforderlich sind. Das tritt vor allem bei einem für Kölns wirtschaftliche Geltung sehr wichtigen Werk, der Felten & Guilleaume Carlswerk AG, Köln-Mülheim, in Erscheinung. Auch hier liegen die Wurzeln des wirtschaftlichen Aufstiegs in jener von der Industrialisierung geprägten Zeit, in der die Entwicklung der modernen Nachrichtentechnik eine wichtige Rolle spielte. Das Unternehmen wurde 1823 als Hanf seilerei gegründet; 1834 wurde die Produktion von Bergwerksseilen, 1853 die Kabelfabrikation (Telegrafie) und 1874 die Produktion in den neuen Werkshallen in Köln-Mülheim aufgenommen.

Das heutige Erzeugungsprogramm umfaßt Starkstromkabel, Schwachstromkabel, Leitmaterial, Freileitungszubehör, Niederspannungs-Schaltanlagen, Kondensatoren, elektrische Meßgeräte und Halbzeuge aus Aluminium, Kupfer und deren Legierungen. Außerdem befaßt sich das Unternehmen mit der Erstellung ganzer Kabelnetze. Als besondere Spezialität gelten Starkstromkabel in Form von Druck- und Ölkabeln bis zu höchsten Spannungen. außerdem Hochfrequenzkabel und neuerdings UKW-Sendekabel. Schon sehr früh wurde die Herstellung von Seekabeln aufgenommen. Erst kürzlich erledigte das Werk einen Auftrag für eine Seekabel-Verbindung zwischen Schweden und Finnland. In normalen Zeiten exportierte die Firma bis zu SC v. H. ihrer Erzeugnisse. Die Rohstoffversorgung macht, abgesehen von einer akuten Kupferverknappung am Weltmarkt, keine Schwierigsten mehr, so daß bald der Vorkriegsexportumfäng wieder erreicht sein dürfte.

Die Bedeutung dieser beiden Unternehmungen – Klöckner-Humboldt-Deutz AG, und Felten u. Guilleaume, Carlswerk AG – läßt die engen Beziehungen und wirtschaftlichen Verflechtungen des Kölner Wirtschaftsraumes zum Ruhrgebiet ernennen. Während das Revier als Hauptlieferant von wichtigen Roh- und Grundstoffen auftritt, zeichnet sich Kölns Großindustrie als Produzent hochwertiger Fertigerzeugnisse aus, denen die alte Hindelsstadt am Rhein einen guten Standort bietet. M. D.