Die seit langem angekündigte Gegenoffensive der UNO-Truppen in Korea hat begonnen. Amerikaner landeten an drei Punkten hinter der Front. Die Nordkoreaner befinden sich überall auf dem Rückzug.

Vor jeder Hilfeleistung an die Kommunisten in Korea haben die USA die Nachbarn Nordkoreas dringend gewarnt. Staatssekretär Dean Rusk, der Leiter der Fernost-Abteilung im US-Außenministerium, erklärte in einem Rundfunk-, Interview, die USA hofften, daß sich niemand durch die UNO-Offensive in Korea "zur Intervention auf seiten Nordkoreas verleiten" ließe.

Nach fernöstlichen Meldungen versucht Nordkorea, durch die Vermittlung der Chinesischen Volksrepublik Verhandlungsmöglichkeiten bei den Vereinten Nationen für einen Frieden zu erkunden.

Nur die zwanzigfache Übermacht habe den amerikanischen Streitkräften bei Inchon die Landung ermöglicht, schreibt die sowjetische Prawda in ihrem Bericht aus Korea. Das Blatt schätzt die Stärke der gelandeten UNO-Verbände auf 40 000 Mann und glaubt, daß dieses Unternehmen als "Konzentration fast der gesamten amerikanischen Fernoststreitkräfte" bezeichnet werden könne. Diese Konzentration sei nach den "zahlreichen Fehlschlägen und schweren Niederlagen" nötig geworden. Die Prawda schließt mit der Meldung, daß die "tapfere koreanische Volksarmee heroisch jeden Fußbreit Heimatbodens" verteidige.

Für die Fortsetzung der "dynamischen Neutralität Indiens" und für eine "geplante und mehr oder weniger kontrollierte Wirtschaft" sprach sich der indische Premierminister Pandit Nehru aus. Er erklärte, daß Indien in wirtschaftlicher Hinsicht keine großen Fortschritte gemacht habe und bezeichnete es als äußerst hinderlich, daß seit der Teilung des Landes sich eine ungesunde Rivalität entwickelt habe. Nehru betonte, daß die Differenz mit Pakistan eine rein politische Angelegenheit sei, die nicht von Ebene der Selbstverwaltung aus betrachtet werden, dürfte.

Durch das 45. sowjetische Veto im Sicherheitsrat wurde die Annahme des amerikanischen Antrages, eine schwedisch-indische Untersuchungskommission nach der Mandschurei zu entsenden, verhindert. Die Kommission sollte feststellen, ob amerikanische Luftangriffe auf mandschurisches Gebiet unternommen worden wären. Ein sowjetischer Antrag, die Bombardierung mandschurischen Gebiets durch amerikanische Flugzeuge zu verhindern, wurde abgelehnt.

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