Präsident Truman erklärte, es sei Sache der UNO, zu entscheiden, ob die Streitkräfte der Vereinten Nationen in Korea den 38. Breitengrad überschreiten und nach Nordkorea vordringen sollen oder nicht. Die USA würden sich an jeden UNO-Beschluß halten.

Die kommunistische Mittelfront im Süden Koreas brach zusammen. Die Offensive der UNO-Truppen lief planmäßig weiter. Seit Beginn der Kämpfe in Korea haben die amerikanischen Streitkräfte bis zum 15. September 13 911 Verluste gehabt, darunter 1758 Tote. Über 3000 Soldaten werden vermißt.

General MacArthur hat, gut unterrichteten Kreisen zufolge, der UNO in einem Bericht mitgeteilt, daß die Unterstützung der Nordkoreaner nach 1948 durch nordchinesische Truppen und sowjetische Munitionslieferungen einwandfrei nachgewiesen sei.

Rot-China protestierte in einer Note an die UNO gegen die angebliche Verletzung und Bombardierung chinesischen Hoheitsgebiets durch amerikanische Flugzeuge. Mao Tse Tung erklärte, China werde nicht zaudern, wenn sich die aggressiven Akte der Amerikaner wiederholten, gegen diese Aggression mit den Waffen zu kämpfen.

Die von der Vollversammlung der UNO abgelehnte Anerkennung Rot-Chinas wurde von dem indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru als "unwirklich" bezeichnet. Die neue chinesische Regierung sei nicht durch einen Glückszufall, sondern nach einem dreißigjährigen Krieg an die Macht gekommen.

*

In politischen Kreisen Washingtons hält man es nach wie vor für möglich, daß Außenminister Acheson in Kürze von seinem Amt zurücktreten muß. Als möglicher Nachfolger wurde zum erstenmal der Name des langjährigen Sowjetexperten im State Department, George Kennan, genannt.