Im Juli hat die EMNID, das Bielefelder Institut für Marktforschung und Marktbeobachtung, eine interessante Untersuchung über die Entwicklung des Kaffeegenusses in Westdeutschland durchgeführt. Tendenz: Zunahme des täglichen Verbrauchs! Vor allem seit Dezember 1949, dem Termin der letzten Befragung, ja ein erhebliches Ansteigen der Zahl der Verbraucher, die täglich Bohnenkaffee trinken, festzustellen. Mehr als einmal trinken ihn hauptsächlich Angehörige freier Berufe und Selbständige. Aber nw ein Drittel der Befragten kocht sich bereits zum "Morgenkaffee" reinen Bohnenkaffee. Hier stehen die bewährten Kaffee Ersatzmischungen an der Spitze; Tee, Miich und Kakao werden in Westdeutschland zum Frühstück nur in geringen Mengta konsumiert Übrigens ergab sich bei dieser Untersuchung, daß Milch — wenn sie dem Bohnenkaffee vorgezogen wird — in der Hauptsache von Männern (!) getrunken wird. In unerreichbarer Höhe der Statistik stehen die Frauen: sie bevorzugen zu sämtlichen Tages- und Nachtzeiten den Genuß des reinen Bohnenkaffees. Nur sehr wenige Verbraucher hatten sich — wie EMNID feststellte — im Monat mehr als ein Viertelpfund Bohnenkaffee leisten können. Die gefragten Qualitäten lagen in der Preislage von 3 bis 3 50 DM je ein Viertelpfund. Sehr stark Ist der Wunsch nach einem "Mehrverbrauch"; er wäre leicht zu erfüllen, wenn man an zuständiger Stelle endlich den Mut haben würde, die Kaffeesteuer zu ermäßigen. Noch immer aber stammt jede zweite Tasse Kaffee, die in Westdeutschland getrunken wirdj aus geschmuggelten Kaffeesäcken w w.