Der Schuß, den man, auf bäuerlicher Seite, mit der Käuferstreik-Parole zu Beginn der Frankfurter DLG-Schau im Juni abgefeuert hatte, ist "nach hinten losgegangen" und hat einmal die Landwirte selber, dann aber auch die Landmaschinenindustrie getroffen, die unter dem Eindruck einer völligen Kaufunlust damals erhebliche Preisnachlässe gegeben hatte. Erstaunlich ist nun das Ergebnis der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Hamm, der "Westfalenschau", auf der, wie die Aussteller urteilten, so viel gekauft worden ist, wie noch auf keiner sonstigen Landwirtschafts-Ausstellung. Die Schätzungen liegen zwischen 2,5 und 3,5 Mill. DM Umsatz. Durch diese plötzliche überstarke Nachfrage ist die Landmaschinenindustrie

in Lieferschwierigkeiten geraten. Nach dem Fehlschlag von Frankfurt hatte sie ihre Belegschaften verringert und die Arbeitszeit verkürzt. Sie hat ferner nach Möglichkeit Exportverträge abgeschlossen. Nun verlangt der Inlandsmarkt dringend, zu möglichst sofortiger Lieferung Schlepper, Kartoffelroder, Gebläse- und Aufzugs-Einrichtungen und Maschinen für die Getreideernte des kommenden Jahres... Natürlich ist die Landmaschinenindustrie von diesem plötzlichen Wechsel nicht gerade erbaut. Die Lager sind, soweit sie noch vorhanden waren, jetzt ausgeräumt; neue Rohstoffe sind knapp, sowohl auf dem Gebiet der Metalle wie bei Bereifungen für Schlepper. "Hätten wir gewußt, daß wir hier derart leergekauft werden, wären wir nicht zur Ausstellung gekommen" – so erklärte eine Firma, und andere sehen mit Besorgnis auf die Auswirkungen dieser plötzlichen, als durchaus ungesund empfundenen Konjunktur auf die Steuerliche Belastung: einmal der eigenen Betriebe, dann aber auch der ländlichen Kundschaft. Str.