Entgegen dem "normalen" Saisonverlauf der Vorkriegsjahre mit gewohnter sommerlicher Flaute brachten der Juli und der August dieses Jahr dem Einzelhandel gute Umsätze. Sie lagen (nach Ermittlungen des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln) im Gesamtdurchschnitt im Juli 15 v. H. und im August 20 v. H. über "Norm". Damit wurden im Einzelhandel in diesen beiden Monaten die bisher besten Umsätze dieses Jahres erreicht.

Der Umsatzanstieg erstreckte sich auf fast alle Branchen. Am stärksten war die Nachfrage nach Bekleidung und Einrichtungsgegenständen. So verkauften die Textilgeschäfte im August 40 v. H. und die Schuhgeschäfte 45 v. H. mehr als 1949. Der flotte Geschäftsgang dauert hiet an. Die Umsätze des Möbeleinzelhandels lagen im August 60 v. H. höher als 1949, nachdem sie schon seit Beginn dieses Jahres in allen Monaten die Vorjahrszahlen um 30 bis 40 v. H. überstiegen. Auch in den übrigen Branchen des Hausrat- und Wohnbedarfs wurden durchweg um 20 v. H. höhere Umsätze erreicht als 1949.

Daß man bei Lebensmitteln keineswegs von einer allgemeinen Hamsterpsychose sprechen kann, beweisen die endgültigen Verkaufszahlen der beiden letzten Monate. Im Juli wurde gegenüber 1949 insgesamt nur 5 v. H. mehr verkauft, während im August die Umsätze schon wieder auf die Vorjahrshöhe zurückgingen.

Die Dispositionen: sie standen Juli und August ganz im Zeichen des lebhaften Verkaufsgeschäftes. In vielen Geschäftszweigen waren für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Wareneingänge zu verzeichnen, was auf eine Abkehr von der bisher vielfach geübten Zurückhaltung und Vorsicht im Einkauf hindeutet. Dies läßt ferner auf eine optimistische Beurteilung der künftigen Geschäftsentwicklung durch den Einzelhandel selbst schließen. Ka.