Im Juni dieses Jahres erließ die Hohe Kommission eine Verordnung, mit der sie den Deutschen Erwerb, Besitz und Gebrauch von Jagdwaffen wieder gestattete. Die Freude über diese einsichtige Entscheidung war groß, nicht nur bei den Jüngern Huberti, sondern vor allem auch bei den von Wildschäden geplagten Bauern und Waldbesitzern, die nun hoffen durften, alsbald von den überzähligen Hirschen und Wildschweinen erlöst zu werden. Die deutschen Stellen reagierten mit ungewohnter Beschleunigung: Bereits acht Tage nach Erlaß der alliierten Verordnung lag dem Militärischen Sicherheitsamt in Berlin die deutsche Anordnung über Waffenhandel, Einfuhrlizenzen und Waffenscheine zur Genehmigung vor. Die Büchsenmacher staubten ihre Gewehrschränke ab, der Waffenhandel nahm die alten Geschäftsverbindungen mit ausländischen Firmen wieder auf, und der Deutsche Jagdschutz-Verband verteilte im Geiste bereits die für das Bundesgebiet zugestandenen 25 000 Büchsen und 50 000 Flinten.

Das war vor drei Monaten. Seitdem schweigt das Militärische Sicherheitsamt in Berlin und verweigert trotz ständiger Anmahnung den Durchführungsbestimmungen der Bundesregierung zur Waffenanordnung der Hohen Kommission ohne Angabe von Gründen die Genehmigung.

Uns scheint es ein Gebot sportlicher Fairneß wie auch politischer Klugheit, diesen unerfreulichen Zustand zu beenden und das Wort, das die Hohen Kommissare im Juni gegeben haben, schleunigst einzulösen, zumal der bisherige Wildschaden von 25 Mill. DM heute nach der Teilung der Reviere noch größer wird, wenn die Deutschen in ihren Revieren die Jagd nicht ausüben können. C. D.