Im Laufe des Spätsommers hat der deutsche Verlehr infolge einer allgemeinen Wirtsdsaftsbelebung – aber offensichtlich auch als Folge einer ventärkten Vorratshaltung – sprunghaft zugenonmen. Die herangezogen. der Bundesbahn waren schnell herangezogen, und Ende August konnte der Bedarf nur nach zu 91–93 v. H. gedeckt werden. Diese Minderdeckung ist zwar nochverhältnismäßig gering, aber es ist zu bericksichtigen, daß wir noch vor dem Herbstverlchr stehep. Die Bundesbahn stellte im August mit 1,5 Mill. Wagen bereits mehr als im Oktober des Jahres ‚1949, also im Monat der Verkehrsspitze des Vorjahres Allerdings ist die Verkehrszumhme allein nicht Ursache für diese Anspannung. Man hat seit 1948 insgesamt 36 000 Güterwagen (das sind etwa 13, v. H. des damaligen Bestandes) ausgemustert: zum kleineren Teil weil sie wirklich nicht mehr instand zu setzen waren, zum größeren Teile, weil die Instandsetzungskosten zu hochwaren, Wir werden also ohne Wagenreserve in den Herbstverkehr hineingehen. Eine Abwälzung des Verkehrs auf die Binsenschiffahrt ist leider nicht möglich, weil die bisher stillgelegten Kähne in Fahrt gesetzt wurden.

Trotzdem liegt keine Veranlassung zu ernsthaften Sorgen vor. Allerdings werden die Maß-Bahnen der Bundesbahn zur Besserung des Herostverkehrs allein nicht genügen. Auch die verladende Wirtschaft wird zu ihrem Teil tatkräftig mithelfen müssen. Die Bundesbahn selbst bat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den kommenden Ansprüchen gewachsen zu sein. Sie ist dabei allerdings sehr auf einen glatten Ablauf des Herbstverkehrs angewiesen. Für den Kartoffeltransport hat sie arbeitstäglich 2500 Waren vorgesehen. Werden diese Wagen Modi wegen Preisspekulationen nicht gleichmäßig abgerufen, dann werden die Anforderungen an den Spitzentagen kaum gestellt werden können. -m-