Nich den Großraffinerien von Esso und Shell hat die Inbetriebnahme einer dritten Ölraffinerie die Stadt Hamburg auf dem Gebiete der Mineralölwirtschaft wieder an die Spitze aller deutschen Plätze gestellt und den Hamburger Haf:n zu einem der großen Mineralölumschlaghäfeni werden lassen. Der Krieg hatte die Anlagen in Finkenwerder, die einst zur Verarbeitung von mexkanischem Erdöl von der Eurotank gebaut worden waren, nachhaltig zerstört. Im Jahre 1948 übernahm dann die Anglo Iranian Oil Compame das Gelände, um nunmehr von der BP Benzinund Petroleum GmbH, in- einer kombinierten Top- und Crack Anlage, vor allem Benzin herstellen zu lassen. Ursprünglich war diese Raffinerie für eine Kapazität von 480 000 t Rohöl erbaut worden. Jetzt verfügt die Anlage aber über eine Kapazität von 600 000 t jährlich. D:e Inbetriebnahme dieser dritten Hamburger Grolraffinerie, deren Anteil an der westdeutscher Rohölverärbeitung 15 v. H ausmacht, ist erneut ein hervorragendes Beispiel für das Vertrauen, das Hamburg in den Kreisen der internationalen Mineralölwirtschaft genießt. Dieses Vertrauen kam auch im Verlauf eines Empfanges zum Ausdruck; den die BP, die frühere Olex anläßlich des neuen Starts der Raffinerie veranstaltete. Herr Morris, der Aufsichtsratvorsitzende der Anglo Iranian Oil Company Ltd, und Her r Ornstein, als- Vertreter der deutschen BP Gesellschaft, fanden aufrichtige Worte des Dankes für die Unterstützung, die sie in Hamburg feststellen konnten, während Bürgermeister Brauer vor allem dem Vertrauen des Auslandes zur Entwicklung unserer Industrialisierung aufrichtigen Dank zollte. Daß auch Bayern diese Aufwärtsentwicklung Hamburgs zum Mineralölzentum mit Aufmerksamkeit verfolgt, ging aus der Teilnahme des bayerischen Justizministers Müller hervor, der in humorvoller Art auf den "verbindenden Föderalismus" von Hamburg und Bayern verwies.