Zu den repräsentativen Ausstellungsständen, die auf der Deutschen Industrie-Ausstellung am Fuße des Funkturms zu jeder Stunde von Besuchern umlagert sind, gehören in erster Linie auch die Stände der AEG. Wenn man bedenkt, daß die AEG von allen deutschen Elektro-Großfirmen durch den Zusammenbruch am schwersten betroffen wurde, so muß man die hervorragende Aufbauleistung besonders anerkennen, die ein Rundgang durch die Ausstellungsstände vermittelt, denn das Produktionsprogramm der AEG ist fast wieder das gleiche wie vor dem Kriege.

Von den einstigen AEG-Fabrikationsstätten lagen 90 v. H. in Berlin und seiner Umgebung. Die in der sowjetischen Zone gelegenen Betriebe wurden enteignet, die übrigen nahezu völlig demontiert. Als Ersatz für die verlorengegangenen großen Werke im Osten wurde eine Reihe von Fabriken in Westdeutschland neu errichtet; hierzu gehören eine Schaltgerätefabrik in Neumünster, eine Fabrik für Kleinmotoren in Oldenburg i. O., eine Zählerfabrik in Hameln, ein Turbinenwerk in Essen/Ruhr, eine Fabrik für Hochspannungsschaltgeräte, Fahrkartendrucker, Kühlschränke und Isoliermaterial in Kassel, eine Meßinstrumentefabrik in Heiligenhaus, eine Fernmeldegerätefabrik in Backnang, ein Gleichrichter- und Röhrenwerk in Belecke und eine Motoren- und Schaltgerätefabrik in Mülheim.

Das Hauptgewicht liegt bei der AEG nach wie vor im Bau von Starkstromanlagen Da man aber auf Ausstellungsständen große Turbinen und Riesengeneratoren nicht zeigen kann, mußte sich die AEG auf Einzelteile aus dem Kraftwerksbau beschränken. Aber daneben ist in den Ständen eine Fülle anderer AEG-Erzeugnisse zu finden, die zum Programm des Unternehmens gehören: Elektrofahrzeuge, Gleichrichter, Elektromotoren, Meßgeräte, Zähler, Röhren, Hochspannungs-Schaltgeräte, Wechsel-Sprechanlagen, Signalanlagen für Straßenbahn und O-Busse, Zentraluhrenanlagen, Magnetophon-, Rundfunk- und Haushaltgeräte, Elektrowerkzeuge und nicht zuletzt die bekannten AEG-Beleuchtungskörper. -zke.