Die EntscheiddMiig der Rüstungsländer, ihre militärischen Ausgaben mehr durch Steuern als durch die Notenpresse zu finanzieren (s" Die Zeit" vom 5. Okt.1950),bewirkt, daß die tatsächlich zu erwartende Steigerung der Gesamtnachfrage, im ganzen gesehen, kaum die noch vorhandenen Reserven an wirtschaftlicher Produktionskapazität überschreiten wind. Ausgesprochene Engpässe und Verknappungen werden somit keine allgemeine, vielmehr nur eine partielle Erscheinung sein, die höchstens für ganz bestimmte Rüstungsgüter in Frage käme. Für den reinen Zivilbedarf ist dagegen — und das ist die zweite wichtige Folge — ein ausgesprocheaer Rückgang der Nachfrage zerwarten. Dies, stumal man berücksichtigen mui>, daß seit dem plötzlichen Ausbruch des Kpreakonfliktes zweifellos sehr erhebliche Voreiodeckungen sowohl priva ,ter- als auch staatlicherseits erfolgt sind Schließlich darf in diesern Zusammenhang nicht übersehen werden, daß die Tendenz der allgemeinen Preisentwicklung sehon vor dem Ausbruch des Koreakonfliktes, und zwar bereits seit dem Dollar umgerechnet, betragen nämlich die Großhandelspreisindexe der führenden Welchandels1 ä nder (1937 100): U S A,,,190591180 Großbritannien ,,,,131164133 Schweiz 200211191 Diese Baissetendenz stellte keine zufällige Erscheinung dar. Sie war vielmehr die zwangsläufige Folge der durch rasche ProduktionssteigeruMgen auf allen Gebieten der Weltwirtschaft ermöglichten Anpassung der vorher noch unzureichenden Erzeugung an den lauf enden Bedarf. Diese Tendenz gilt nach MacArthurs Erfolgen in Korea wieder — bis die Politik erneut Einfluß auf die Wirtschaft nimmt. Die scharfen Preisrückgänge nach der Koreafaausse auf fast allen Weltmärkten für Nahrungsmittel und KonsumgüterRohstoffe in diesen Tagen bestätige jedenfalls die Prognose. W,v. G.