Der von der "Studiengemeinschaft für die Erweiterung der sozialen Arbeitnehmerfürsorge auf, privatrechtlicher Grundlage" entwickelte Berkenkopf-Fels-Plan zur Ertragsbeteiligung der Arbeitnehmer, in Form einer neuartigen Lebensversicherung, ist von Sachverständigen der Versicherungsnehmerseite eingehend überprüft worden. Wir bringen heute dazu eine Behandlung der versicherungstechnischen Fragen. Die sozialpolitischen Probleme der Ertragsbeteiligung der Arbeitnehmer und die damit im Zusammenhang stehenden wirtschaftspolitischen Fragen werden also diesmal nicht näher behandelt.

Der Berkenkopf-Fels-Plan charakterisiert sich als ein Versuch, neben der betrieblichen Altersfürsorge (oder der Altersversorgung durch die einschlägigen Einrichtungen der Sozialversicherungen) eine zusätzliche Versorgung über die Spartätigkeit anzuregen, um auf diese Weise die Bildung zusätzlichen Konsamkapitals zu verhindern und langfristiges Anlagekapital, vornehmlich für den sozialen Wohnungsbau, zu schaffen. Vorteilhaft ist am Berkenkopf-Fels-Plan das Prinzip der Einmalprämie, d. h. es wird durch jede einzelne Prämienzahlung ein selbständiger Versicherungsanspruch in bestimmter Höhe erworben. Hierdurch paßt man die Höhe der jeweils einzuzahlenden Prämie den schwankenden Jahresergebnissen an und erhält die bereits erworbenen Versicherungsansprüche auch dann, wenn keine Ertragsbeteiligung zur Auszahlung gelangt.

Die zusätzliche Risikoversicherung gegen eine relativ geringe Zusatzprämie ermöglicht schon in den ersten Versicherungsjahren, wenigstens für den Todesfall, einen zusätzlichen Versicherungsschutz. Die Prämienberchnungen des Berkenkopf-Fels-Planes gehen von einem sehr niedrigen Verwakungskostensatz aus. Beachtlich ist die Tatsache, daß durch die einzelnen Prämienzahlungen ein unmittelbarer Versicherungsanspruch gegenüber der Versicherungsgesellschaft erworben wird, der nicht mehr von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Arbeitgeber abhängig ist.

Recht bedeutungsvoll sind schließlich die steuerlichen Vorteile. Die für den Berkenkopf-Fels-Plan aufgewandte Ertragsbeteiligung kann vom Bruttogewinn des Unternehmers abgesetzt werden, wenn sie den Betrag von jährlich 312 DM je Belegschaftsmitglied nicht übersteigt

Diesen Vorzügen stehen jedoch eine ganze Reihe z. T. wesentlicher Nachteile gegenüber, die nicht übersehen werden dürfen. Der verschiedenartige Altersaufbau der Belegschaft eines Betriebes bringt es mit sich, daß die bei gleichem jährlichen Beitrag für das Belegschaftsmitglied erworbenen Versicherungsansprüche je nach dessen Alter ganz verschieden sind. Man muß also die Ertragsbeteiligung je nach dem Lebensalter (nicht Dienstalter) verschieden hoch bemessen, oder bei gleich hoher Ertragsausschüttung je Belegschaftsmitglied völlig verschiedenartige Versicherungsansprüche neu begründen. Dabei wird es erforderlich, jedes Jahr für jedes einzelne Belegschaftsmitglied den neu zu erwerbenden Versicherungsanspruch und die neu erforderlich werdende Risikozuschlagprämie neu zu errechnen. Diese ungeheure Verwaltungsarbeit belastet sowohl die hiermit befaßten Personalabteilungen der Betriebe als auch die eingeschalteten Versicherungsunternehmungen, so daß bezweifelt werden kann, ob der in dem Plane vorgesehene niedrige Verwaltungskostensatz auch wirklich durchgehalten werden kann.

Erfahrungsgemäß findet in den Betrieben eine sehr beträchtliche Fluktuation innerhalb der Belegschaft statt mit der Folge, daß ein sehr wesentlicher Prozentsatz der an einem Stichtage im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer schon nach wenigen Jahren dem Unternehmen nicht mehr angehören wird. Treten die ausscheidenden Arbeitnehmer in einen Betrieb über, der dem Berkenkopf-Fels-Plan nicht angeschlossen ist, oder bei dem eine Ertragsbeteiligung der Arbeitnehmer nicht in Frage kommt, so wird die künftige Aufbringung von Versicherungsprämien auf Schwierigkeiten stoßen.

Insbesondere bei älteren Arbeitnehmern sind die im Rahmen des Berkenkopf-Fels-Planes jährlich praktisch erreichbaren Zuwachszahlen an Lebensversicherungssummen recht niedrig. Der Widerstand dieser Belegschaftsmitglieder, ihre Ertragsbeteiligung im Rahmen des Berkenkopf-Fels-Planes anzulegen, dürfte verständlicherweise beträchtlich sein.