In der Welt, in der wir leben, liegen die besten Hoffnungen auf Frieden und Sicherheit in der Stärke und Einigkeit der freien Nationen. Es gibt noch immer einige, denen es paradox erscheinen könnte, daß sich die freien Nationen mit äußerster Energie bewaffnen müssen, um den Frieden zu erhalten. Doch ohne Zweifel haben uns die 30er und nun auch die 40er Jahre gelehrt, daß der Wille zum Frieden allein keine Garantie für den Frieden ist. Wir müssen von einer Welt ausgehen, die so ist, wie sie ist, und nicht wie wir sie uns wünschen.

Im Jahre des Herrn 1950 sind wir von einer Welt- des Schreckens umgeben.Die Werte, an denen wir festhalten und rechtmäßig festzuhalten wünschen, sind in furchtbarer Gefahr. Die kleine Gruppe Männer, die das russische Volk in eisernem Griff hält, begnügt sich nicht mit der gegenwärtigen Macht ihres Regimes. Wo immer sich ihr eine Erfolgsaussicht bot, ihre Herrschaft über andere Länder und andere Meroder auszudehnen, hat sie dies versucht. Zu diesem Zweck hat sie Streitkräfte und Waffen mobilisiert.

Es bedarf mehr als leerer Hände und des Wunsches, Frieden zu halten, um diese Bedrohung zurückzuweisen. Es bedarf beträchtlicher militärischer Stärke, ausgedehnter Planungen und eines unbeugsamen Willens, um sicher zu sein, daß der Geist der Aggression keine weiteren Erfolgschancen mehr sieht und entmutigt wird.

Große Fortschritte sind beim Aufbau der kollektiven Sicherheit gemacht worden. Korea ist ein Meilenstein auf dem Wege zu einem kollektiven Sicherheitssystem. Die Nordatlantikpaktstaaten arbeiten an der Schaffung einer einheitlichen Verteidigungsmacht unter gemeinsamen Oberkommando. Aber gewaltige Aufgaben warten noch darauf, gelöst zu werden, und viel Muße bleibt hierfür nicht. Der Zeitraum, in dem wir unsere Stärke sammeln und organisieren, ist ein Zeitraum voller Gefahren, Doch ohne Rücksicht darauf muß die Aufgabe durchgeführt werden. Denn, wenn wir dies nicht tun, heißt die Alternative nicht etwa: größere Gefahr, sondern: sichere Vernichtung.

Darum scheint es mir Zeitverschwedung, zu debattieren – wie es einige tun – ob die Entscheidung, dieser gebieterischen Notwendigkeit zu entsprechen, positive oder negative Politik darstellt. Es kommt nur auf eines am Wenn wir nicht so handeln, wird alles, was wir sonst tun, ins Leere weisen.

Die freien Nationen zu stärken, aber ist an sich noch keine Methode, die Differenzen mit den sowjetischen Führern beizulegen. Dies ist nur ein Weg – und zwar der einzige Weg –, um zu verhindern, daß diese Differenzen auf Grund unseres Versagens beigelegt werden. Daß weitgehende Kompromisse zwischen den sowjetischen Führern und dem Rest der Welt nicht möglich sind, steht jetzt fest. Ein Kompromiß, der einen nur ein weniges der eigenen Vernichtung näher bringt, ist kein Kompromiß. Wenn aber die Stärke und die Ausdauer der freien Nationen den sowjetischen Führern bewußt werden, dann könnten sich einige Änderungen in ihren Beschlüssen, die Weltherrschaft zu erlangen, ergeben. Hierdurch würde die Tür zu vielen Möglichkeiten friedlicher Regelungen von Streitigkeiten geöffnet werden. Und diese Form, die Dinge zu regeln, ist unser Ziel.

Diplomatie in unserer Welt ist wie die Arbeit einer Hausfrau; sie geht nie zu Ende. Die Aufgaben, die uns bevorstehen, sind schwierig. Es gilt eine militärische Stärke zu erreichen, in der Hoffnung, daß wir sie nie benutzen müssen. Wir haben keine Ambitionen oder Pläne, die andere Menschen bedrohen können. Wir wünschen nur eine Welt, in der wir in Frieden leben können. Wir müssen Wege finden, um dies der Welt absolut klarzumachen. Das Wort Frieden ist so oft mißbraucht worden. Propaganda hat es in sein Gegenteil verkehrt. So kommt es, daß, wenn wir von unserem Wunsch nach Frieden sprechen, dies manchem als ein trügerischer Mantel für andere; Absichten "scheinen könnte.