Deshalb müssen wir fortfahren, die Bedingungen des Lebens, die wir verteidigen, zu verbessern, gerade in jener Zeit, da wir die Verteidigung aufbauen: So wie in den frühen Tagen unserer Geschichte die Felder gepflügt und bestellt wurden, während Posten auf den Dächern der Blockhäuser Wache hielten. Gewiß, es wird eine Zeit kommen, da wir in der Lage sein werden, mehr von unseren Energien und Hilfsquellen für die konstruktive Arbeit abzugeben und dadurch den Menschen ein besseres Leben zu verschaffen. Aber wir können unsere Anstrengungen nicht einfach bis zu jener Zeit aufschieben.

Demokratie, selbstverständlich für uns, ist in weiten Teilen der Erde noch immer eine revolutionäre Idee, eine wachsende Idee, sie ist eine Quelle der Hoffnung. Im Schutz unserer Verteidigung muß die freie Gesellschaft ihre Lebenskraft und ihre Verantwortlichkeit demonstrieren und ihre überragende Fähigkeit, der Menschen wahre Nöte zu stillen und Ihre Wünsche zu erfüllen.

Eine der Aufgaben der älteren Demokratien ist es, den jungen Demokratien eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie wertvoll ihre Grundsätze sind. Das heißt, man muß die Demokratie zugleich in Brotscheiben übersetzen und in die Bill of Rights.

Die gemeinsamen Anstrengungen der Vereinten Nationen, Korea wieder aufzubauen, sind in dieser Hinsicht ein bedeutsamer Schritt vorwärts. Hierin sollte man ein praktisches Beispiel sehen für das, was auf einer gemeinschaftlichen Grundlage getan werden kann, um Menschen zu helfen, sich selbst von Armut, Krankheit und Hunger zu befreien. Was die Vereinten Nationen tun werden, um die Koreaner beim Wiederaufbau ihres Landes zu unterstützen, wird mit größtem Interesse von den Bewohnern anderer Länder beobachtet werden, die ebenfalls aufbauende Hilfe benötigen. Die Anstrengungen, die wir beim koreanischen Wiederaufbau machen, können beispielhaft wirken. Andere Menschen werden vielleicht sehen, was getan werden kann und aus diesem Projekt Mut und Erkenntnis schöpfen, ihr eigenes Leben zu verbessern.

Nun verlangt der Weg, den wir einschlagen wollen, um Frieden wie Sicherheit aufrechtzuerhalten, von uns, Reife, Ausdauer und Zurückhaltung. Dies ist keine Arbeit, die von ein paar Beamten erledigt werden könnte. Unser gesamtes Volk ist aufgerufen, die Führerschaft anzunehmen, die unserer Nation in der heutigen Welt auferlegt ist. Zurückhaltung, und Selbstdisziplin können uns helfen, einige jener Gefahren zu vermeiden, die uns auf diesem Weg begegnen werden. Besonders eine ist vermeidbar: Wenn wir uns ständig vor Augen halten, daß es unser Ziel ist, eine militärische Macht zu errichten, um unsere Streitigkeiten auf friedvolle Weise beizulegen, dann können wir den schrecklichen Fehler vermeiden, so zu reden und zu handeln, als ob am Ende unserer Anstrengungen der Krieg stehen müßte. Genau das Gegenteil ist das Ziel unserer Anstrengungen. Törichte Erklärungen aber über einen Präventivkrieg oder die Unvermeidlichkeit eines Krieges werden dazu beitragen, den Krieg wirklich unvermeidlich zu machen.

Unsere Freunde in der Welt können sich sehr gut die furchtbaren Folgen eines dritten Weltkrieges für sich – und auch für uns – vorstellen. Sie erwarten darum, und sie haben ein Recht dies zu erwarten, eine ernsthafte und verantwortungsbewußte Führung. Die Gefahren rund um uns sind tödliche Gefahren. Daran denken unsere Freunde, wenn sie die unverantwortlichen Äußerungen hören, von denen ich sprach. Und dann erwägen sie die Folgen, welche unsere gegenseitige Partnerschaft haben könnte.

Aber auch bei jenen, die uns nicht freundlich gegenüberstehen, können die erwähnten Erklärungen nicht ohne Wirkung bleiben. Für sie, die durch die Exzesse ihrer eigenen Propaganda bereits irregeleitet sind, wird damit endgültig bewiesen, daß wir Kriegstreiber sind. Niemand weiß, welche Fehler sich dadurch in ihre Kalkulationen einschleichen. Niemand aber wird glauben, es könne irgendetwas Gutes dabei herauskommen.