Einzelne Abgeordnete des Bundestages haben Geldzuwendungen erhalten. Ein Ausschuß des Bundestages ist dabei, diese Fälle in aller Öffentlichkeit zu klären, und das ist gut. Doch sollte man sich nicht damit begnügen, diese Selbstreinigung als ein Zeichen aufrechter demokratischer Gesinnung zu preisen und damit die Angelegenheit bewenden lassen. Man sollte vielmehr fragen: Aus welchen Gründen ist es überhaupt zu solchen von manchem offenbar als selbstverständlich betrachteten Geldgeschäften gekommen?

Da ist zunächst eines festzustellen: Keine deutsche Partei kann ihre Ausgaben, insbesondere ihre Wahlpropaganda, aus ihren Mitgliedsbeiträgen decken. Infolgedessen muß sie aus anderen Quellen Geld beschaffen. Wenn dies in der Form geschieht, daß die Parteien Gelder nur verwenden, um ihr öffentlich bekanntgegebenes Parteiprogramm durchzusetzen, ist dagegen nichts einzuwenden. Anders ist es, wenn von den Geldgebern versucht wird, mit den Zuwendungen wirtschaftliche Vorteile zu erreichen. Solange der Staat in die Wirtschaft planend eingreift, etwa Benzinpreise festsetzt, wird es immer Wirtschaftler geben, die versuchen werden, sich auf diese Weise gegen ihrer Meinung nach falsche und willkürliche Maßnahmen des Staates zu wenden. Hier ist also eine Gefahr vorhanden. Wie kann man sich gegen sie wehren?

Die Deutschen sollten, da wir nun einmal einen Parteienstaat haben, danach streben, diesen Staat mit politischem Leben zu erfüllen. Sie sollten also in die Parteien eintreten, statt sich damit zu begnügen, einmal alle vier Jahre Parteivertreter zu wählen. Dann könnten die Parteien stark genug werden, aus eigener Kraft zu existieren. Der Staat selbst sollte fortfahren in seinem Bestreben, Eingriffe in die Wirtschaft soweit irgend möglich zu unterlassen. Die Alliierten endlich sollten davon absehen, sich in Einzelheiten speziell deutscher Verfassungsfragen, von denen sie nur wenig verstehen, einzumischen. Es würde gar nichts schaden, wenn wir Beamte unter den Abgeordneten hätten. Sie sind es gewöhnt, Bestechungsversuche abzuwehren. Tgl