Ich glaubte an die Freiheit, an die freie Zukunft der Balkanvölker, die feierlich versprochen worden war. Indessen, es war eine Lüge..." So erklärte der Mann, der – als einer der großen Putschisten unserer Tage – dreimal in Sofia die Macht an sich gerissen hat: Damian Weltscheff. Beim drittenmal spielte er die Macht den Kommunisten in die Hände, weil er an ihre Freiheitsversprechungen glaubte, wurde als bulgarischer Kriegsminister mitschuldig an ihrem Schreckensregiment, schlug den ihm angebotenen Marschallstab aus, empörte sich, der ewige Empörer, nun auch gegen Stalin. Heute lebt er als Emigrant in der Schweiz, ein Mann, der tief hinter die Kulissen des modernen Weltgeschehens gesehen hat, ein schweigsamer Mann der Tat. Zum ersten Male seit seiner Emigration aber bricht Weltscheu sein Schweigen. Seine oft überaus dramatischen Erklärungen, die er einem Mitarbeiter der "Zeit" in seinem Schweizer Exil abgab, dürften um mancher Details willen sensationell wirken: es sind nicht nur Szenen aus dem Leben eines unentwegten Empörers, sondern Einzelheiten der Unterwerfung eines europäischen Landes unter die kommunistische Herrschaft. Das Schicksal der Balkanvölker ist ein aufschreckendes Beispiel. Weltscheffs Schicksal aber kann dabei als ein Schulbeispiel dafür gelten, was diejenigen zu erwarten haben, die sich mit den Kommunisten einlassen. – "Die Zeit" wird in der nächsten Ausgabe auf der Seite ihrer Tatsachenberichte die Veröffentlichung der Gespräche mit Weltscheff beginnen: Ein Verschwörer bricht sein Schweigen...