Josef Pieper: Über das Ende der Zeit. Eine geschichtsphilosophische Meditation. (Hochland-Bücherei im Kösel-Verlag zu München, 192 S., Leinen DM 4,80.) – Der bedeutendste deutsche Erneuerer thomistischen Denkens deckt die Unzulänglichkeit der innerweltlichen wie der gnostisch-sektiererischen Endzeithoffnungen auf und zeigt die Formverwandtschaft des Antichrist-Typus der Offenbarung mit den totalen Staatssystemen der Gegenwart.

Arnold Gehlen: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. (Athenäum-Verlag, Bonn, 444 S., Leinen DM 12,50). – Die vierte, um ein wichtiges Schlußkapitel vermehrte Auflage dieses 1940 zuerst erschienenen kardinalen und kapitalen Werkes, das alle Bemühungen um eine philosophische Theorie vom Menschen überblickt und fortführt. Das Ziel ist rigorose Klarheit, nicht praktische Lebensreform wie in dem beliebten, kundigen und geistvollen Buch des amerikanisierten Franzosen

Alexis Carrel: Der Mensch, das unbekannte Wesen. (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 426 S., Leinen DM 11,50). Ein Buch, das nun, fünf Jahre nach dem tragischen Tode des Verfassers, wieder vorliegt und durch seine souveräne Verarbeitung physiologischer und soziologischer Forschungsergebnisse nach wie vor mit Nutzen studiert werden wird.

Carlo Antoni: Vom Historismus zur Soziologie (Übersetzt von Walter Goetz. K. F. Koehler Verlag, Stuttgart, 308 S.) – Wichtige interpretierende Essays des italienischen Philosophiehistorikers über die deutschen Begründer kritischen Geschichtsdenkens: Dilthey, Troeltsch, Max Weber, Meinecke.

Oskar Söhngen: Säkularisierter Kultus (C. Bettelsmann, Gütersloh, 84 S., kart. DM 5,–). – Die erste, reich dokumentierte Darstellung der nationalsozialistischen Bemühungen, an Stelle der christlichen Riten und Bräuche ein weltliches Zeremonial zu setzen, das die von den Kirchen nicht mehr erfaßten Gemütskräfte für die Zwecke eines totalitären Systems mobilisieren sollte.

A. J. Cronin: Der neue Assistent (Paul Zsolnay Verlag, Wien, 308 S.). Das Buch des englischen Autors, das den Patienten gewidmet ist. Der Assistent: Dr. Finlay, wie alle Ärzte bei Cronin sympathisch und mit Herzlichkeit gezeichnet. Fast gleichzeitig stellte der Wiener Verlag das Werk eines jungen österreichischen Schriftstellers vor:

Fritz Harbeck: Der Tanz der sieben Teufel (Paul Zsolnay Verlag, Wien, 594 S.), für den der Verfasser den Goethe-Preis der Stadt Wien erhielt. Politik, Intrige, Liebe, dazu die Kulisse des französischen Mittelalters sind die Utensilien des sauber erdachten historischen Romans.