Ein Soldat, den der Kriegsdienst in Feindesland führt, begegnet einem fremden Mädchen. Aus dieser Begegnung erwächst die große Liebe zweier Menschen, die so grenzenlos ist, daß sie Zeit und Raum und Völkerfeindschaft überwindet. Ihr Glück muß jedoch an der sinnlosen Grausamkeit jeden Krieges zerbrechen. Das Gleichnis, aus der Novelle "Korporal Mombour" von Ernst Penzoldt, dient dem Film "Es kommt ein Tag" zum Vorwurf. Der Daichter kennt seine Erzählung eine Soldatenromanze; in ihr hat das Menschliche. und nicht der Krieg einen Fürsprecher gefunden. Diesen Geist überträgt die hervorragende Regie Rudolf Jugerts auch auf den Film, der dem Frieden dient, aber nicht in einem tagespolitischen, sondern ethischen Sinne, und das macht seinen hohen künstlerischen Wert aus. Es ist zudem ein deutscher Film geworden, der sich aber nicht an das mißverstandene (und häufig mißbrauchte) "deutsche Gemüt" richtet, sondern die Melodie echter Menschlichkeit erklingen läßt.

Rudolf Jugerts Regie ist atmosphärisch dicht Mit hohes Lob für einen Film deutsch-französischen Thematik), verhalten und verinnerlicht. Er konnte seine Absichten verwirklichen, weil ihn die Darsteller durch ausgezeichnete Leistungen unterstützten. Allen voran Maria Schell, die aus der Schweiz kommt und zum erstenmal in Deutschland filmte. Als Französin Madeleine verfügt sie von anmutigem Liebreiz und schelmischer Heiterkeit bis zur tiefen Tragik über eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten. Der deutsche Korporal ist Dieter Bursche, nicht ganz so gelöst, aber eindringlich in den ernsten Szenen. Zweifellos lassen sich auch gegen diesen Film Einwänds erheben, aber nach "Liebe 47" und "Nachtwache" hat auch dieser Film der Göttinger Filmaufbau GmbH. künstlerische Qualität (Uraufführung Wettspiele, Hannover). Werner Schwier