Wer die erste Bilanz der Industriekreditbank AG, Düsseldorf, über das Geschäftsjahr vom 1. April 1949 bis 31. März 1950 durchliest, dem wird der Größenunterschied zwischen Kreditbewilligungen und Eigenkapital auffallen. Am 29 März 1949 wurde das Institut gegründet, 12 Mill. DM Aktien wurden von etwa 2800 Aktionären aus Industrie, Handel und Handwerk gezeichnet. Die Klagen der gewerblichen Wirtschaftüber die tropfenweise fließenden Kredite, die dieses aus der ehemaligen Deutschen Industriebank hervorgegangene bewährte Institut bisher geben konnte, können nur mit dem Hinweis auf die Unzulänglichkeit der verfügbaren Mittel beantwortet werden. Wenn sich trotzdem im mittel- und langfristigen Geschäft bis zum 31. März 1950 877 Kreditfälle im Betrage von 121,8 Mill. DM und bis zum 30. September 1950 (also bereits im laufenden Geschäftsjahr) insgesamt 1847 Fälle mit 234,9 Mill. DM in den Büchern der Bank niedergeschlagen haben, wovon bis zum 30. September auf 1504 Fälle insgesamt 191,05 Mill. DM ausgezahlt worden sind, so spricht dies für einen Leistungsdurchschnitt, der weit über den der früheren Industriebank hinausgeht.

Aber – diesen Eindruck machen Bericht und Bilanz – die Kontinuierlichkeit des Kreditgeschäftes scheint nicht gewahrt werden können; die Finanzierungsaufgaben treten stoßartig und dann kurzfristig auf, verteuern die Apparatur