Von Stalin heißt es, er habe einmal, als eine Protestnote des Papstes in Moskau eintraf, ausgerufen: „Ein Protest des Papstes, wieviel Divisionen hat er denn?“ Diese Geschichte macht augenblicklich in London die Runde. Wohl nicht von ungefähr. Man ist dort immer noch gewöhnt argwöhnisch nach dem schwarzen Rom auszuschauen.

War der Eifer, mit dem Italien sich um seine Eingliederung in den Atlantik-Pakt bewarb, wirklich echt, so fragt man sich, und ob hinter der allgemeinen Fürsprache für die Aufnahme Spaniens nicht womöglich eine jesuitische „Fünfte Kolonne“ steckt? Und denken die französischen Advokaten einer eng verschmolzenen europäischen Armee tatsächlich nur an ein einheitliches Europa oder schwebt ihnen womöglich eine Armee europäischer Legionen für Roms Autorität vor? Und dann ist da noch der Rücktritt des Innenministers Heinemann in der deutschen Bundesrepublik, die vermutlich dem Werben um Legionen für Rom ideale Voraussetzungen bietet. Ja, wurde nicht den beiden deutschen Kardinälen neulich in London bei der 100-Jahrfeier der Wiedererrichtung der katholischen Hierarchie in England ganz ostentativ besondere Prominenz zugemessen? – Vielleicht singen die Engländer eines Tages noch das alte deutsche Kneipenlied „Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden. Simserim simsim simsim...“ G.