General MacArthur, der Oberbefehlshaber der UNO-Streitkräfte in Korea, hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen offiziell davon in Kenntnis gesetzt, daß rotchinesische Truppen auf dem Kriegsschauplatz in Korea kämpfen. Der Weltsicherheitsrat werde sofort einberufen. Die Lage der UNO-Truppen an der nordwestkoreanischen Front ist durch das Eingreifen der rot- – chinesischen Verbände außerordentlich kritisch geworden. Die Kommunisten konnten tiefe Einbrüche erzielen. Amerikanische und Südkoreas nische Truppen wurden bis zu 80 km zurückgeworfen. Präsident Truman erklärte in einer Ansprache vor den Bürgern seiner Heimatstadt Independence: „Korea hat gezeigt, daß die Freiheit sieht durchsetzt, wenn die Völker sie wollen und zusammenstehen.“

Die „demokratischen Parteien und Organisationen Rotchinas forderten in einer gemeinsamen Erklärung ein aktives Eingreifen in den koreanischen Krieg.

Großbritannien erwägt, wie aus London verlautet, den Widerruf seiner Anerkennung Rotchinas. Im Kabinett soll der britische Außenminister Bevin gegen einen solchen Schritt eingestellt sein.

Die chinesischen Streitkräfte in Tibet drangen weiter vor. Sie erreichten die Stadt Reting, den Hauptsitz der Anhänger des Pantschen-Lama, und sind nunmehr noch 95 km Luftlinie von Lhasa entfernt. Die chinesische Regierung ersuchte Indien, ihre in Tibet stationierten Einheiten zurückzuziehen. Die indische Regierung ihrerseits ließ die tibetanische Regierung wissen, daß sie die Frage des chinesischen Einmarsches in Tibet im Sicherheitsrat nicht anschneiden wolle.

Die Offensive der Aufständischen in Indochina erzielte weitere Fortschritte. Die Franzosen mußten drei Forts räumen. Die Aufständischen befinden sich jetzt 50 km vor der Hauptstadt Hanoi.

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Die Vollversammlung der Vereinten Nationen nahm mit überwältigender Mehrheit gegen die Stimmen des Ostblocks den amerikanischen Plan zur Stärkung der Vereinten Nationen an, der das Schwergewicht vom Sicherheitsrat auf die Vollversammlung verlagert.