Aus Holland kamen Anfang des Jahres 200 000 Jungpflanzen, mit denen die deutschen Baumschulen ihren Bestand wiederaufbauen sollten; denn die „Obstbaum-Industrie“, die vor dem Krieg mehr exportierte als importierte, hatte seit 1945 weite Teile ihres Baumschulengebietes der „direkten Volksernährung“ zur Verfügung stellen müssen. Weil nunmehr Angebot und Nachfrage aber wieder entscheidet, und die Nachfrage das Angebot bei weitem überwiegt, waren also Importe notwendig.

Für die 200 000 Jungpflanzen unterschrieb der „Holländische Amtliche Dienst“ das Zeugnis, wonach die Ware aus den Niederlanden stamme, und bekundete weiter, daß das Material „gesund“ sei. Es war aber dennoch verseucht und stammte zudem nicht aus Holland, sondern aus Italien. Die Holländer versuchten zu beschwichtigen: „Der Lieferant dieser Pflanzen wird in die Wüste geschickt.“ Aber weil ein verseuchtes Baumschulengebiet soviel wie ein ausgebooteter Konkurrent bedeutet, darf man sich nicht wundern, wenn man sich deutscherseits mit dieser Erklärung nicht zufrieden gibt. Der Papierkrieg geht weiter. Die Pflanzen sind aber bereits verbrannt –dr.