Außerhalb des immer noch „auf Eis gelegten“ Interzonenhandels hat eine Gruppe von Firmen der Fischwirtschaft aus Hamburg, Bremerhaven und Schleswig-Holstein mit der sowjetischen Besatzungszone ein Abkommen auf Lieferung von Frischfischen, Fischfilets, Salzheringen und Fischindustrie – Erzeugnissen für insgesamt 10 Mill. DM abschließen können und dafür von den westdeutschen und ostzonalen Behörden die Genehmigungen erhalten. Die Gegenleistung der Sowietzone besteht aus Textilien für 6 Mill. Verrechnungseinheiten, Maschinen für 2,5 Mill. und Lohnveredlungsarbeiten für 1,5 Mill. Da die ersten Lieferungen bereits begonnen haben, rechnet man damit, daß bis zum 31. Dezember dieser Vertrag abgewickelt sein kann, um anschließend ein Abkommen ähnlicher Art zutreffen.

Westberlins Magistrat hat gegen dieses „außerplanmäßige“ Interzonen – Fischabkommen protestiert. Es läßt sich leider nicht umgehen, daß die gelieferten Fische und Fischwaren infolge des Kursunterschiedes in der Sowjetzone und im Sowjetsektor Berlins billiger sind als in den Berliner Westsektoren. Mit Nachdruck weisen die beteiligten Kreise der westdeutschen Fischwirtschaft aber darauf hin, daß Lieferanten aus Norwegen, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien und Island nur auf einen Abbruch dieses fischwirtschaftlichen „Ost-West-Gesprächs“ gewartet hätten und bei den ostzonalen Behörden buchstäblich „vor der Tür standen“, um schleunigst mit gleich günstigen Angeboten zur Stelle zu sein,