Wenn sein Name genannt wird, tritt einem unwillkürlich Hellerau vor Augen, jenes Heiligtum des Tanzes, das er für Jacques Dalcroze gebaut hat, mit der anschließenden Siedlung, wodurch zuerst sein Name berühmt wurde. Das war alles in einer zarten reinen Form entworfen, die damals – im Jahre 1909 – ganz neu war und die Kenner begeisterte. Bei Bruno Cassirer erschien zu jener Zeit ein Buch, in dem Tessenow seine architektonischen Entwürfe veröffentlichte, zugleich mit vielen Zeichnungen von Schränken, Stühlen, Tischen, Betten in Werkzeichnungen und perspektivischer Darstellung, Kein junger Architekt, der es nicht besaß. – Heinrich Tessenow war von Beruf Zimmermann gewesen, er kannte das Handwerk und liebte es. Das sah man all seinen Entwürfen an. Später wurde er Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg und – nach dem Kriege – Stadtbaudirektor in Rostock, jetzt ist er in Berlin gestorben. M. R.