Elin Pelin, geboren 1878 in Bailowo, wird der „Dichter der Volksseele“ genannt. Man feierte ihn noch anläßlich seines 70. Geburtstages im Jahre 1948 als den größten lebenden bulgarischen Dichter. Seither ist es aber still um ihn geworden.

Wir werden früh ankommen, Herr, noch bei Tageslicht werden wir ankommen. Ej, dort ist das Dorf – dort unterhalb des Wäldchens! Seht Ihr es? Wenn wir jenen Hügel hinter uns haben, den niederen dort, dann heißt das soviel wie: wir sind angekommen.“

Die Räder dies Wagens schepperten durch den Kot der Landstraße. Der Bursche spornte die Pferde noch einmal an, rückte sich dann auf seinem Sitz zurecht, nahm die feuchte Mütze von seinem Kopf und rieb sich gedankenverloren die Nase.

„Wie war dein Name, Bursche?“ meldete sich jetzt aus seinem riesigen Wolfspelz heraus ein dicker Herr, der hinten im Wagen saß. „He, Bursche, wie war dein Name?“

„Andreschko!“ – „Andreschko?! – Ein Schlaufuchs bist du. Alle seid ihr so! Schlau seid ihr, ihr Bauern. Nichts als Lügen und Überlisten könnt ihr! Und wie ihr euch verstellen könnt!... Unschuldig wie die Schäfchen ... und in Wirklichkeit: wie die Wölfe!“

„Einfache Leute sind wir, Herr. Es ist nicht so, wie ihr denkt. Einfach sind wir und arm.“ – „Ah, arm, arm... ihr jammert, daß ihr arm seid, dabei sauft ihr wie die ...“ – „Wir trinken um zu vergessen, Herr, um Armut und Elend zu vergessen.“ – „Um eure Sünden zu vergessen!“

„He, meine Herren, he!“ spornte der Bursche die Pferde an. Wieder schwang er die Peitsche über den Köpfen der Pferde hin und her. Nach einer Weile fragte er: „Was führt euch in unser Dorf, Herr?“