Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Berlins erklären sich zum großen Teil aus dem Fortfall der Dienstleistungen, die mit der Eigenschaft als politische und wirtschaftliche Zentrale verbunden waren, und deren Wert dem der Gütererzeugung etwa gleichkam. Der Fortfall der gegenwärtigen Sowjetzone als normales Absatzgebiet verschärft diese Situation. Um lebensfähig zu bleiben, muß Berlin seine Lieferungen nach dem Bundesgebiet und dem Ausland erheblich steigern. Zur Förderung des Absatzes, die für Berlin das A und O darstellt, wurde daher die BAO (Berliner Absatz-Organisation, Berlin-Charlottenburg, Uhlandstraße 9, Geschäftsführer Dr. Goez) von der Berliner Wirtschaft mit Unterstützung des Magistrats errichtet. Ihr Ziel sucht sie durch allgemeine Werbung und Aufklärung zu erreichen. Dabei weist die BAO im einzelnen auch den Kaufinteressenten Bezugsmöglichkeiten in Westberlin nach. Das ist angesichts der gegenwärtigen Konjunkturentwicklung und der unausgenutzten Berliner Kapazitäten von besonderer volkswirtschaftlicher Bedeutung.

Drei Gebiete werden von der BAO bearbeitet: der Absatz nach dem Bundesgebiet, der Export, und die Hereinnahme von Besatzungsaufträgen. Im Bundesgebiet (Büro Frankfurt a. M., Oberlindau 107, Geschäftsführer Dr. Guckes, mit Nebenstelle Bonn, Hohenzollernstraße, sowie Referenten in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, München) sind vor allem bei der Zuleitung von öffentlichen Aufträgen für das Notstandsgebiet Berlin bereits greifbare Erfolge zu verzeichnen; aber auch viele Firmen suchen wegen der kürzeren Berliner Lieferfristen in zunehmendem Umfange Verbindungen mit Berliner Lieferanten,

In der Hereinnahme von Aufträgen der Besatzungmächte auf Möbel und Textilien sind ebenfalls Fortschritte gemacht worden. Eine Konkurrenz der Handels- und Vermittlerfirmen vermeidet die enge Zusammenarbeit der BAO mit den Organisationen der Privatwirtschaft.

Im Ausland arbeitet das Londoner Büro (The Berlin Marketing Council, 16 Berkeley Street, London W 1); weitere Vertretungen sind geplant. In New York wird die BAO auf ein eigenes Büro verzichten können, weil sie die Hilfe des dortigen Dollar-Drive-Büros in Anspruch nehmen kann. Dafür wird die Gesellschaft zur Förderung des deutsch-amerikanischen Handels in Berlin eine Zweigstelle errichten, deren Geschäftsführung in Personalunion mit der Berliner Absatzorganisation stehen wird. Sa.