Adolf Frisé: Carl J. Burckhardt. Im Dienste der Humanität (Pflugverlag, Thal – St. Gallen, 64 S.). Kundige und umsichtige Porträtskizze eines großen und guten Europäers, für den Betrachen und Handeln noch – oder schon wieder? – aus der gleichen Wurzel hervorgehen.

Kurt Assmann: Deutsche Schicksalsjahre (Eberhard Brockhaus-Verlag, Wiesbaden, 568 S., 13 Karten, 4 Übersichten, 16 Photos, Leinen DM 15,50). – „Historische Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg und seiner Vorgeschichte“, die nicht immer historisch sind, Die Kapitel über die Seekriegsführung, die einen breiten Raum einnehmen, berichten dank der maritimen Vergangenheit des Autors tatsächlich Neuigkeiten. Der Rest jedoch ist mit jener gefährlichen Naivität geschrieben, die den Staatsmann Hitler mit normalen Maßen mißt, seine Worte für bare Münze nimmt, den Kriegsgrund eigentlich in Englands Garantie für Polen sieht und schließlich in dem Abschnitt über den 20. Juli von dem pathetischen Satz gekrönt wird; „Wir wollen mit Schimpf und Schande aus unserer Mitte ausstoßen und in unserer Erinnerung auslöschen diejenigen, die in ihrem Haß gegen das über sie gesetzte Regime soweit gingen, daß sie, um das Staatsoberhaupt zu stürzen, durch Vaterlandsverrat dem Feinde Vorschub zum Sieg über ihr eigenes Volk leisteten.“

M. T. Vaerting: Europa und Amerika. (Wissenschaftlicher Verlag „Musterschmidt“, Göttingen; 224 S., DM 4,80). – Eine hervorragende Untersuchung der soziologischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zweier Kontinente unter dem Aspekt des immer unverhohlener drohenden Überstaates. Prof. Vaerting glaubt, daß der letzte Kampf kein militärischer, sondern ein soziologischer Krieg sein wird und daß darum Amerika nur mit. Europa zusammen untergehen oder siegen kann. Sven Hedin: Ohne Auftrag in Berlin (Internationaler

Universitätsverlag, Tübingen und Stuttgart; 280 S.). – Die Güte des großen schwedischen Forschers spricht aus jeder Zeile. Als Freund Deutschlands beurteilte er damals die ihm während seines deutschen Aufenthaltes widerfahrenen Gespräche und Erlebnisse vielleicht etwas zu milde. Aber es ist die gleiche Aufrichtigkeit, die ihn in jener Zeit unbeirrt für alle Schwachen, Verfolgten und Unterdrückten eintreten ließ, die ihn veranlaßt, dieses Bild heute unretuschiert der Öffentlichkeit zu übergeben.