Eine Großoffensive der UNO-Truppen in Korea, die nach den Worten General MacArthurs „den Krieg beenden“ sollte, brach unter den Gegenangriffen starker rotchinesischer und nordkoreanischer Verbände fast völlig zusammen. Ein amerikanischer Sprecher bezeichnete die Lage als „äußerst kritisch“. Die amerikanischen Truppen mußten sich auf Ausgangsstellungen ihrer Offensive zurückziehen.

Aus Washington verlautete, daß die amerikanische Regierung der Sowjetunion und Rotchina inoffiziell die Zusicherung gegeben habe, die nordkoreanische Grenze nicht durch UNO-Truppen überschreiten zu lassen.

Außenminister Acheson teilte auf einer Pressekonferenz mit, daß zwischen den Westmächten noch keine Einigung über die Schaffung einer etwaigen, entmilitarisierten Pufferzone zwischen China und Korea zustande gekommen sei.

In den ersten vier Monaten des Korea-Krieges hat das Verteidigungsministerium der USA 12,4 Milliarden Dollar für die Durchführung eines beschleunigten Verteidigungsprogramms ausgegeben. Das ist über die Hälfte der für das Jahr 1950/51 vom Kongreß bewilligten Mittel.

Der Befehlshaber des 1200 Mann starken philippinischen Kontingents in Korea hat seine Regierung in Manila um Rückberufung seiner Soldaten gebeten. Als Begründung gab er an, daß sein Verband entgegen früheren Versprechen nicht als geschlossene Einheit eingesetzt, sondern aufgelöst und anglo-amerikanischen Verbänden zugeteilt worden sei. Außerdem würden die mit keiner Winterbekleidung ausgerüsteten Filipinos durch Erkältungskrankheiten und Erfrierungen dezimiert.

In Lake Success traf eine rotchinesische Delegation ein, die an den Besprechungen des Sicherheitsrates über Formosa teilnehmen soll und in letzter Minute von Peking auch ermächtigt wurde, zu den Beratungen im politischen Ausschuß der UNO „über die amerikanische Aggression sagen China“ zu erscheinen.

Die Sowjetunion und Amerika veröffentlichten die Texte eines gemeinsamen Notenwechsels über den japanischen Friedensvertrag. Im Oktober hatte Washington Besprechungen über einen solden Vertrag vorgeschlagen. Im November antwortete Moskau und bat um nähere Einzelheiten der amerikanischen Vorschläge, die ausdrücklich als „nicht endgültig“ bezeichnet worden waren.

Amerika lüftet das Atomgeheimnis. In Washington wurden Teile des Produktionsverfahrens für Atombomben bekanntgegeben. Der Vorsitzende der Atomenergie-Kommission in den USA, Gordon Dean, teilte mit, daß diese Informationen infolge Spionage sowieso schon bekannt gewesen seien.

Der französische Außenminister Schuman erklärte, Frankreich hoffe und wünsche noch immer, daß eines Tages das „friedliche Bündnis“ wiederhergestellt werden könne, das sich im Kriege so bewährt habe, obwohl der am gemeinsamen Siege beteiligte „vierte Staat“ heute abtrünnig geworden sei.

Der Unterstaatssekretär im spanischen Staatspräsidium, Hauptmann Luis Carrere Bianca, schrieb in einem Leitartikel in der Arriba, solange Gibraltar britischer Besitz sei, könne Spanien Großbritannien nicht als freundlich gesinnte Nation betrachten Ein Sprecher des britischen Außenministeriums wies diese Forderung zurück. Großbritannien werde den Felsen am westlichen Eingang des Mittelmeers auch weiter in Besitz behalten, erklärte er.

Der jugoslawische Staatschef Marschall Tito erklärte, Jugoslawien werde niemals erobert werden, „außer über die Leichen der jugoslawischen Nation“.

Durch einen Erlaß des Obersten Sowjets wurde ein neuer „Orden für Bandenbekämpfung“ auf sowjetischem Boden gestiftet. Die Medaille wird „für besondere Tapferkeit bei der Liquidierung plündernder Bandengruppen“ verliehen werden.

Im Burgenland, in der sowjetischen Besatzungzone Österreichs, fanden Gemeindewahlen statt. Die Kommunisten erlitten eine vernichtende Niederlage. Sie erhielten 2,8 v. H. der abgegebenen Stimmen. Die österreichische Volkspartei hingegen erhielt 53 v. H., die SPÖ 42 v. H. der Stimmen.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha, erklärte, die Araber würden in jedem Kampf gegen die Kommunisten britische, französische und amerikanische Truppen in ihren Ländern begrüßen, Voraussetzung sei jedoch, daß die Araber in voller Gleichberechtigung kämpfen könnten.

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Bundeskanzler Dr. Adenauer ordnete die Veröffentlichung eines Teils jenes Sicherheitsmemorandums an, das er im Namen der Bundesregierung den alliierten Hohen Kommissaren übergeben hatte. Daraus geht unter anderem hervor, daß ein deutscher Verteidigungsbeitrag seiner Ansicht nach nur bei völliger Gleichberechtigung in Frage kommt.

Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy bezeichnete einen ernsthaften Entschluß des deutschen Volkes zur Teilnahme an der Verteidigung Europas als maßgebend für die Haltung der USA. Die Entscheidung einiger Menschen oder Gruppen könne in Washington nicht anerkannt werden.

In Bayern fanden Gemeindewahlen statt. Die Sitze der Parteien verteilen sich nach den Wahlen wie folgt: CSU 64, SPD 63, BP 39, FDP 12. Die KPD sank von 4,1 v. H. auf 1,5 v. H. und errang keinen Sitz. Ministerpräsident Dr. Hans Ehard erklärte nach der Wahl, daß die Bildung einer arbeitsfähigen „einigermaßen homogenen Regierung“ schwierig werden würde.

Die Fraktion der Labour Party im englischen Unterhaus richtet an Außenminister Bevin die Anfrage, ob er über die politische Vergangenheit von vier Ministern der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein unterrichtet sei, und welche Schritte er zu unternehmen beabsichtige, um diese vier „ehemaligen Nazis“ aus ihren politischen Stellungen zu entfernen.

Nur eindeutig überführte Mörder werden von der britischen Besatzungsmacht in Deutschland noch an das Ausland ausgeliefert werden, erklärte der britische Hohe Kommissar, Sir Ivone Kirkpatrick.

Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Erich Klabunde ist infolge Überarbeitung in jungen Jahren einem Schlaganfall erlegen.

Deutschland beging den Totensonntag. Die Hand zum Hitler-Gruß erhob der 2. Bundesvorsitzende der Vaterländischen Union, Köhler, als er mit einer Abordnung seiner mit braunen Händen bekleideten Saalordner einen Kranz am Hamburger Gefallenen-Ehrenmal am Dammtorbahnhof niederlegte. C. J.