DIE ZEIT

Das Ärzte-Soll

Welchen Schrecken kann einem Facharzt für Hautkrankheiten in der Sowjetzone ein junges Mädchen mit einer gesunden weißen Haut einjagen! – Denn gleich muß sich dem armen Doktor der Gedanke aufdrängen, daß sie bestimmt nicht zu den 45 Patienten gehören kann, die er als Dermatologe laut Normvorschrift des ostzonalen Gesundheitsministeriums jeden Tag zu behandeln hat.

Rückgang bei Labour

Die Labour-Party verliert Wähler. Zwar hat kein Wahlkreis „die Seiten gewechselt“, doch haben drei Wahlkreise, in Glasgow, Oxford und Birmingham, erheblich größere Torymehrheiten als im Februar gezeigt.

Zerschlagenes Porzellan

Oer amerikanische Hohe Kommissar John J. McCloj hat am veigangenen Wochenende in Kiel und Hamburg sehr ernste Worte zu der Frage gesprochen, welchen Beitrag die Bundesrepublik zur Verteidigung der freien Welt leisten solle.

Armee mit Familie

Man kann nicht ins Wasser springen, ohne naß zu werden, das wissen wir alle. Und ebenso gut wissen wir, daß die alliierten Truppen, um die wir gebeten haben, nicht in Deutschland installiert werden können, ohne daß zusätzlicher Wohnraum zur Verfügung gestellt wird.

Gray und sein Bericht

Wenn die Vereinigten Staaten... die erforderliche Verstärkung der westeuropäischen Verteidigung ermöglichen wollen, so müssen sie neben den Waffenlieferungen ihre wirtschaftliche Hilfe für weitere drei bis vier Jahre fortsetzen.

DIE WOCHE

Eine Großoffensive der UNO-Truppen in Korea, die nach den Worten General MacArthurs „den Krieg beenden“ sollte, brach unter den Gegenangriffen starker rotchinesischer und nordkoreanischer Verbände fast völlig zusammen.

Was wird aus Berlin?

Zweimal hat Berlin bisher gewählt: Im Jahre 1946 fanden die ersten und einzigen Wahlen unter Viermächtekontrolle statt, 1948 wählte Berlin im Zeichen der Blockade; damals siegte nicht eine Partei, sondern der Westen.

Die grün-weiß-rote Flamme

An einem grauen Novembertage sprengten Dynamitbomben die römischen Parteisitze der Mazzini-Republikaner und Silone-Sozialisten in die Luft.

Verwaiste Bistümer

Der Papst hat sich geweigert, polnische Bischöfe für die von Polen besetzten deutschen Ostgebiete einzusetzen. Diese Maßnahme zeigt, daß man im Vatikan weiterhin zu der Enzyklika steht, in der die Vertreibung der Deutschen aus diesem Gebiet als schweres Unrecht gebrandmarkt wurde.

An der Musik vorbei

Als Auftakt zu der prachtvollen Erstaufführung von Orffs „Mond“ (siehe S. 4) gab es in der Hamburgischen Staatsoper eine Ballettpremiere.

Rauschte, verwelkte, blühte...

In einem Gedicht, überschrieben „Erinnerung“ und weit zurückliegend, hat Ricarda Huch sich mit dem Baum am Bergesrand verglichen: „Hoch überm Abgrund hing ich / windbewegt auf schroffem Stein.

Das Mitgliedsbuch

Das Landesarbeitsgericht in Hannover sollte als zweite und letzte Instanz einer Fall entscheiden, den „Die Zeit“ bereits Mitte des Jahres in seiner ersten Instanz aufgegriffen hatte: Ob nämlich die fristgemäße Kündigung eines Bauarbeiters durch seine Firma in Hameln zu Recht bestand.

Das erotische Karussell

Die Anzeige dieses Films, für den Max Ophüls eine erlesene französische Besetzung zusammengebracht hat, stellte unter anderem „reizvolle Pikanterien“ in Aussicht.

Wer ist Barnewold?

Bremen, Ende November Es hat sich gewiß höchst selten in der Geschichte des deutschen Theaters ereignet, daß der Vorhang am Schluß einer Uraufführung sieht ein einziges Mal mehr gezogen wurde.

Fronten ohne Vaterland

Datriot – auf diesem Wort liegt heute eine Staubschicht, so dick wie auf den roten Hosen der französischen Infanteristen und auf den Federbüschen der blinkenden Kürassierhelme.

Quousque tandem. Domine?

Die Einzelzelle der Gefängnisse diktatorischer Machthaber wird immer mehr zur Einsiedelei des modernen Menschen, dessen Martyrium in den Verhörsmethoden der Geheimpolizei besteht.

ARCHIBALD MACLEISH:: Dort drüben

Von uns wird gefordert, daß wir erkennen – ohne ein Wort, ohne Zeichen, auf radspurzerriebenen Wegen, Sporen im Staub und der Staub von Winden zerweht: die Wege, die in unserm Rücken beginnen und enden im Staub.

Aufzeichnungen einer Patientin

Als vor einigen Monaten der umstrittene Film „The Snake Pit“ in Deutschland zu sehen war, kannten nur wenige den Roman, der Anregung und Vorbild dafür gewesen war.

Bücher zur Politik

Adolf Frisé: Carl J. Burckhardt. Im Dienste der Humanität (Pflugverlag, Thal – St. Gallen, 64 S.). Kundige und umsichtige Porträtskizze eines großen und guten Europäers, für den Betrachen und Handeln noch – oder schon wieder? – aus der gleichen Wurzel hervorgehen.

Eine Pforte ins Leben

Seit zwei Jahren hat an den Londoner Bühnen ein Name alle anderen weit überrundet: Christopher Fry. Seine Versdramen „The Lady is not for burning“ und „Venus observed“ sind seit einigen Wochen auch die Sensation des Broadway in New York.

Deutschland ohne geistige Mitte

Warum ist es heute in Deutschland so schwer, zu einem Überblick über die geistige Situation zu gelangen? Die Eindrücke, die man in einem halben Dutzend wichtiger Städte erhält, widersprechen sich oft.

Tabula rasa

Bei der Eröffnung der Kurse zur Generalschulung seiner Partei hat Wilhelm Pieck in der Karl – Marx – Hochschule eindeutig ausgesprochen: die SED solle eine Partei bolschewistischen Typs werden.

Dynamit gegen ein Baudenkmal

Zur gleichen Zeit, wo die Sowjets das im Kriege gänzlich zerstörte Palais Katharinas II. in Zarskoje Selo bei Leningrad in edelstem Material originalgetreu wieder errichten, lassen sie den historisch bedeutsamsten Bau Berlins, das Schloß der Hohenzollern, dem Erdboden gleich machen.

Anleitung zur Friedfertigkeit

Während die Völker Europas hinreichendenGrund haben, sich auf Vergeben und Vergessen des Vergangenen zu einigen und alles zu vermeiden, was den.

Der Wilderer

Wenn man von der Bergkuppe aus ins Tal hinunterschaut, kann man sich kaum einen idyllischeren Flecken Erde vorstellen als unser Dorf.

Hilfestellung für neue Dramatik

Es wird den deutschen Bühnen immer wieder zum Vorwurf gemacht, daß sie an den jungen deutschen Autoren vorbeigehen; und von den Autoren wiederum sagt man, nicht ganz zu Unrecht, daß ihnen die Grundlagen der dramatischen Technik fehlen und ihre Stücke schon deshalb fast nicht aufführbar seien.

Come back des klassischen Balletts

Victor Gsovsky, der neu bestellte Ballettmeister der Bayerischen Staatsoper, aus Paris zu uns gekommen, hat mit seinem ersten großen Ballettabend im Prinzregententheater dem Publikum getrost einiges zugemutet.

Werbekongreß 1951

Unter dem Motto „Werbung überbrückt Ländergrenzen findet vom 17. bis 20. Mai in Hamburg der „Reklame-Kongreß 1951“ statt. Veranstalter des Kongresses ist der Zentralausschuß für Werbewirtschaft (ZAW), Wiesbaden, der den Werbefachverband Hamburg-Schleswig-Holstein mit der Durchführung betraute.

Krise nach Rüstungsboom?

In den vorangegangenen Artikeln unserer Serie (vgl. „Die Zeit“ vom 28. 9. „Warum Rüstungsboom?“, vom 5. 10. „Wie wird heute finanziert?“, und vom 12.

Es geht nicht mehr ohne Kapitalmarkt

Das Bundeskabinett hat das auf Grund der Pariser Empfehlungen ausgearbeitete „Wirtschaftsprogramm“ zur Überwindung der Devisenklemme gebilligt.

König Schrott

Die Erhöhung der Schrottpreise um durchschnittlich 19 DM je t (also von 73 DM auf jetzt 92 DM) habe wieder „einen echten Schrottpreis“ geschaffen, erklärte der Schrottverband auf seiner Jahresversammlung.

Stahlpolitik über den Schuman-Plan hinaus

An den Sorgen der britischen Stahlindustrie kann man besonders deutlich das Dilemma studieren, das sich aus den zusätzlichen Rüstungsaufträgen für eine bereits vollbeschäftigte Wirtschaft ergibt.

Private Kohle „vorsichtig lenken“

Die Neugliederung der deutschen Kohlenwirtschaft auf Grund des Gesetzes Nr. 27 – früher Gesetz Nr. 75 – wird sich in den nächsten Monaten im Schatten des Schuman-Planes vollziehen.

Aus den Verbänden

Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Bundesgebietes nahm in ihrer Mitgliederversammlung die Wiederwahl des bisherigen Vorsitzenden Dr.

60 Jahre Daimler-Werke

Am 28, November jährte sich zum 60. Male der Gründungstag der Daimlef Motoren Ge?ellschsft, die, gemeinsam mit der Benz & Gie, Ursprangsfirma der heutigen Daimler Benz AG ist. Das neue Unternehmen wurde am 28.

Fußballspiel ferngehört

Nicht das Fußballspiel an sich ist problematisch; wie hätte sonst der erste Länderkampf der deutschen Nationalmannschaft nach dem Kriege gegen die Schweiz so viel Begeisterung erwecken können! Daß die deutsche Mannschaft einen Eins-zu-Null-Sieg errang, ist nicht so wichtig – selbst für Sportsleute nicht so wichtig – wie die Tatsache, daß sich im Sport die Vertreter zweier Nationen wetteifernd zusammenfanden.

Aus der Schule geplaudert

Man sollte es viel mehr tun –: aus der Schule plaudern nämlich und mit der Schule ins Gespräch kommen! Man sollte lebendige Beziehungen zwischen Schule und Haus herstellen, zwischen allen – o schreckliches Wort! – „Erziehungsberechtigten“.

Conchita verläßt die Arena

Spaniens berühmte Stierkämpferin Conchita zieht sich in den Hafen der Ehe zurück. Bei Jacques Fath in Paris stellte sie ihre Hochzeitstoilette zusammen.

Clown-Tragödie in Paris

In einer Pariser Metro-Station stürzte sich dieser Tage ein Mann vor einen einfahrenden Zug, der vorher ganz ruhig dagestanden hatte, als wartete er nur auf den Zug.

Die Zeit im Stundenglas

In Bremen veranstaltete der „Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker“ soeben eine Ausstellung, die unter dem Titel „Die rechte Hand der Wirtschaft“ die Kunst des Plakates an vielen Beispielen erläuterte.

Ist Tanzen Sport?

In England sind seit einiger Zeit Bemühungen im Gange, den Gesellschaftstanz zum Sport, ja zum Wettkampf in den Olympischen Spielen zu machen.

Belgien: noch Einwände

In der Präambel des „Arbeitsplanes“, der im Juni den in Paris versammelten Delegationen vorgelegt wurde, stehen, besonders hervorgehoben, die folgenden Worte: „Die Bildung Europas läßt sich nur durch konkrete Taten, die vorerst eine wahre Gemeinschaft schaffen, und durch die Aufstellung gemeinsamer Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung verwirklichen.

Monsieur Dubois aber ist durchaus dafür

Ja, was denkt Monsieur Dubois von der Sache? Ist er dafür, ist er dagegen? – Ich habe eine ganze Reihe von Dubois befragt – vielleicht hießen sie gar nicht Dubois, sondern Faure oder Mercier oder Lafont – ich habe sie gefragt, was sie vom Schuman-Plan hielten: vier Fünftel gaben mir zur Antwort, daß sie „keine Meinung“ hätten, wie es in Gallup-Umfragen zu heißen pflegt.

Seit es Thomas-Stahl gibt...

Die Entwicklung des Eisen- und Stahlmarktes wird bereits seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch das Widerspiel von Marktabsprachen und expansiven Tendenzen einer auf dem Wettbewerb beruhenden Wirtschaftsordnung gekennzeichnet.

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